Woody Harrelson: Schauspieler, Cannabis-Unternehmer und Hollywood-Legende
Der 61-jährige Hollywoodstar spricht über seinen Cannabis-Shop, abgelehnte Rollen und seinen neuen Film „Champions".

Woody Harrelson ist vieles: Oscar-nominierter Schauspieler, Emmy-Gewinner und seit einiger Zeit auch Cannabis-Unternehmer. In West Hollywood betreibt der 61-Jährige als Mitinhaber „The Woods" – ein Fachgeschäft für Marihuana, das er selbst als „kleinen Traum" bezeichnet. Mit Koi-Teich und Aras ist der Laden alles andere als ein gewöhnliches Geschäft.
Dass Harrelson heute ein Cannabis-Unternehmen besitzt, hätte seine Mutter wohl kaum geahnt. Aufgewachsen in einem streng religiösen presbyterianischen Haushalt im ländlichen Ohio, erinnert er sich an ihre Worte: „Sohn, wenn ich jemals höre, dass du Marihuana rauchst – das würde mich umbringen!" Heute ist daraus ein florierendes Geschäft geworden.
Vom Fernsehen zum Film – und zurück
Harrelsons Karriere begann 1985, als er in der vierten Staffel der US-Kultserie „Cheers" sein Bildschirmdebüt gab. Sechs Jahre lang spielte er dort keine andere Rolle – und war sich unsicher, ob es danach noch weitergehen würde. „Ich dachte, das würde meine gesamte Karriere sein", sagt er rückblickend. „Damals war es viel schwieriger, vom Fernsehen zum Film zu wechseln. Heute ist das quasi eine offene Tür in beide Richtungen."
Diese Tür hat er seither mehrfach durchschritten. Über 38 Jahre pendelte er zwischen Fernsehen und Film, zwischen Komödie und Drama. Vielseitigkeit ist sein Markenzeichen – und sein Erfolgsrezept. Auf dem Weg dorthin gab es allerdings auch Fehlentscheidungen: Die Rolle in „Jerry Maguire" lehnte er ab, bevor Tom Cruise sie übernahm. „Das war ein Patzer", gibt Harrelson offen zu. „Etwa zwei Tage später höre ich, dass Tom Cruise es macht, und ich dachte mir: Oh, das habe ich wohl vermasselt!"
Trotz solcher Ausrutscher ist seine Bilanz beeindruckend: Er besitzt einen Emmy für „Cheers", drei Oscar-Nominierungen und war zuletzt mit dem Film „Triangle of Sadness" für den Oscar als bester Film nominiert.
Neuer Film „Champions" mit improvisierten Szenen
Sein neuester Film heißt „Champions". Harrelson spielt darin einen mürrischen, aber charmanten Basketballtrainer mit NBA-Träumen, der ein Team von Spielern mit geistigen Behinderungen namens „The Friends" trainiert. Regie führt Bobby Farrelly, mit dem Harrelson bereits vor 27 Jahren bei „Kingpin" zusammenarbeitete.
Vor dem ersten Drehtag erfuhr Harrelson, dass die Eröffnungsszene – in der sein Charakter das Team zum ersten Mal trifft – fast vollständig improvisiert sein würde. „Das hat mich irgendwie nervös gemacht. Ich habe nicht geschlafen", erzählt er. Doch die Begegnung mit den Darstellern überzeugte ihn sofort: „Ich traf diese Jungs, und sie sind einfach fantastisch. Ich hatte die beste Zeit – ich liebe sie. Sie sind alle unglaubliche Menschen mit einem phänomenalen Sinn für Humor."
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Zur AktienanalyseÜber den Film selbst sagt Harrelson: „Ich hatte schon immer eine Vorliebe für den Indie-Geist, für Filme, die diese Art von tiefem Herzschlag haben. Und ‚Champions' hat definitiv Herz."
Der erste Applaus als Schlüsselmoment
Den Ursprung seiner Leidenschaft fürs Schauspiel verortet Harrelson in seiner Schulzeit. In der Highschool-Bibliothek überredeten ihn Footballspieler, seinen Elvis-Imitator vorzuführen – zunächst zögerlich, dann mit vollem Einsatz. „Ehe man sich versieht, stehe ich in der Mitte eines Kreises, die gesamte Bibliothek hat sich um mich versammelt und klatscht", erinnert er sich. „Dieses Gefühl, das man durch diesen Applaus bekommt – das ist es, was einen sagen lässt: Das ist es." Danach studierte er Theater am College und legte damit den Grundstein für eine der vielseitigsten Karrieren Hollywoods.


