Wolfgang Grupp: Trigema-Patriarch kämpft mit dem Loslassen
Der langjährige Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat die Macht abgegeben – doch die innere Leere bleibt.

Wolfgang Grupp beginnt jeden Morgen nach einem festen Ritual: Aufstehen zwischen sieben und acht Uhr, dann Bahnen ziehen im eigenen Pool. Das Frühstück folgt, danach zieht er sich in die Hauskapelle seiner Burladinger Reetdachvilla zurück – zum Beten.
Der Weg ins Büro ist kurz: durch den Garten, über die Straße, und schon sitzt der langjährige Trigema-Chef an seinem Schreibtisch. Zwischen neun und zehn Uhr morgens beginnt sein Arbeitstag – ein Rhythmus, der Jahrzehnte lang Bestand hatte.
Ein Patriarch sucht seine neue Rolle
Doch hinter dieser scheinbar geregelten Routine verbirgt sich ein Konflikt, den viele Unternehmerlegenden kennen: das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Grupp hat Trigema, den bekannten deutschen Textilhersteller, an seine Kinder übergeben – ein Schritt, der nach außen hin geordnet wirkt, innerlich aber Spuren hinterlässt.
Trigema steht seit Jahrzehnten für das, was in der deutschen Wirtschaft selten geworden ist: konsequente Inlandsproduktion, keine Verlagerung ins Ausland, unternehmerische Standhaftigkeit. Grupp verkörperte dieses Modell wie kaum ein anderer – und machte es zu seiner persönlichen Marke.
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Zur AktienanalyseFür Privatanleger und Wirtschaftsinteressierte ist das Porträt des scheidenden Patriarchen mehr als eine Menschengeschichte. Es wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie gelingt Nachfolge in Familienunternehmen? Und was passiert mit Unternehmern, die ihr Leben lang Verantwortung getragen haben – und sie plötzlich abgeben müssen?


