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Wohnungsbau in Deutschland auf Rekordtief

Hohe Kosten, Förderungsstopp und Auftragsmangel belasten die Branche nachhaltig

Wohnungsbau in Deutschland auf Rekordtief

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im September erneut deutlich gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden lediglich 15.300 Genehmigungen erteilt, was einem Rückgang von 23,1 Prozent oder 4.600 im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Auch in den ersten neun Monaten des Jahres setzte sich dieser Trend fort: Insgesamt wurden nur 157.200 Wohnungen genehmigt, 19,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Baubranche leidet weiterhin unter hohen Finanzierungs- und Materialkosten, die den Neubau erheblich verteuern.

Besonders betroffen ist der Bau von Einfamilienhäusern, wo die Zahl der Genehmigungen um 25,7 Prozent auf 28.300 zurückging. Zweifamilienhäuser verzeichneten ein Minus von 13,0 Prozent, während die Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser um 21,7 Prozent auf 82.400 zurückgingen. Experten gehen davon aus, dass die Bundesregierung ihr Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr bei Weitem verfehlen wird. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Sebastian Dullien, erwartet eine Trendwende frühestens Ende 2025. Erst dann könnten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank die Baunachfrage wieder ankurbeln.

Ein weiteres Problem sieht die Branche in den auslaufenden Förderprogrammen. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, warnt vor einer Wiederholung der Ereignisse von 2022, als das abrupt eingestellte KfW-Förderprogramm zu einem Nachfrageeinbruch führte. Sollte im kommenden Jahr die Neubauförderung komplett wegfallen, könnten weitere Rückschläge im Wohnungsbau drohen. Pakleppa zufolge haben viele Bürgerinnen und Bürger ihre Bauprojekte aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen verschoben.

Unternehmensumfragen des Münchner ifo-Instituts zeigen ebenfalls keinen klaren Aufwärtstrend. Zwar hat sich der Auftragsmangel im Oktober geringfügig entspannt, doch noch immer berichten knapp 50 Prozent der Wohnungsbauunternehmen über fehlende Aufträge. Klaus Wohlrabe vom ifo-Institut warnt vor langfristigen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt, da die heutigen Verzögerungen künftige Bauprojekte blockieren könnten. Angesichts dieser Entwicklungen bleibt die Lage in der Baubranche angespannt, während eine Erholung in weite Ferne rückt.

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