Wohnungsbau in der Krise: Fehlende Impulse
Warum hohe Baukosten und Bürokratie den Wohnungsmarkt ausbremsen

Die Immobilienweisen schlagen Alarm: Aufgrund der anhaltenden Flaute im Wohnungsbau wird die Zahl der neu errichteten Wohnungen voraussichtlich weiter sinken. Laut ihrem Frühjahrsgutachten sind in diesem Jahr lediglich 230.000 neue Wohneinheiten zu erwarten. Für das vergangene Jahr wird die Zahl der neu genehmigten Wohnungen auf rund 210.000 geschätzt, was einem drastischen Rückgang von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen lag 2024 bei etwa 260.000 und wird 2025 voraussichtlich auf 230.000 schrumpfen. Damit bleibt der Wohnungsbau weit hinter dem Ziel der Bundesregierung zurück, die jährlich 400.000 neue Wohnungen anstrebt.
Der Wohnraummangel verschärft sich zunehmend in vielen Städten, was weitreichende Konsequenzen für Mieten und Immobilienpreise hat. Besonders in begehrten Stadtlagen ist mit weiter steigenden Mieten zu rechnen. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass das Mieten angesichts höherer Zinsen attraktiver als der Kauf von Immobilien geworden ist, was die Nachfrage nach Mietwohnungen anheizt. Andererseits treiben die hohen Zinsen und Baukosten die Kosten für den Wohnungsbau in die Höhe, was zu einem Rückgang des Angebots führt. Die Experten prognostizieren daher, dass die Immobilienpreise aufgrund stagnierender oder sinkender Bautätigkeit hoch bleiben und tendenziell weiter steigen werden.
Um die angespannte Lage zu entschärfen, schlagen die Immobilienweisen eine Reihe von Maßnahmen vor. Dazu zählen beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren durch verstärkte Digitalisierung, Bürokratieabbau sowie mehr Personal in den Bauämtern. Zudem sollten Kommunen verstärkt Bauland aktivieren und bereitstellen. Weitere vorgeschlagene Schritte sind die Förderung standardisierter Bauverfahren, die Senkung der Grunderwerbsteuer und weniger restriktive Bauvorschriften, um die Baukosten zu senken.
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Zur AktienanalyseTrotz der Herausforderungen gibt es laut Gutachten kleine Lichtblicke. Niedrigere Zinsen bieten einen gewissen Wachstumsimpuls, und auch die Finanzierungsbedingungen haben sich leicht verbessert. Es besteht die Hoffnung, dass sich die Investitionen in den Wohnungsbau bis Mitte 2025 erholen könnten. Dennoch betont ZIA-Präsidentin Iris Schöberl, dass ein politischer "Befreiungsschlag" notwendig sei, um die Wohnungswirtschaft aus ihrem gegenwärtigen Krisenmodus zu befreien.


