WM-Fans verklagen StubHub wegen stornierter Fußball-Tickets
Eine Sammelklage in Manhattan wirft der Ticketplattform vor, teure WM-Tickets nicht geliefert zu haben.

Fußball-WM-Fans haben die Ticketwiederverkaufsplattform StubHub Inc. verklagt. Die geplante Sammelklage wurde am späten Dienstagabend beim Bundesgericht in Manhattan eingereicht. Die Kläger werfen StubHub vor, auf dem Zweitmarkt erworbene Tickets für das weltweit bedeutendste Fußballturnier nie geliefert zu haben.
In der Klageschrift heißt es, die betroffenen Fans hätten „nicht das erhalten, wofür sie bezahlt hatten". Viele Ticketinhaber gaben an, weite Strecken gereist zu sein, um die Spiele zu verfolgen. Die angebotenen Rückerstattungen seien nur ein schwacher Trost gewesen, da sie auf den Kosten für Flüge und Unterkünfte sitzen geblieben seien.
Die Klage fordert einen nicht näher bezifferten Schadensersatz von mindestens 5 Millionen US-Dollar für Tausende von Menschen in den Vereinigten Staaten. Als Grundlage dienen mutmaßliche Verstöße gegen verschiedene Verbraucherschutzgesetze sowie Vorschriften gegen irreführende Werbung. Betroffen sind all jene, die über StubHub gekaufte WM-Tickets nicht erhalten haben.
StubHub verweist auf FanProtect-Garantie
StubHub erklärte, laufende Rechtsstreitigkeiten nicht zu kommentieren. In einer Stellungnahme betonte das Unternehmen jedoch: „Unser einziges Ziel ist es, Fans den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen. Sollte etwas schiefgehen, bietet unsere FanProtect-Garantie Ersatz-Tickets oder eine vollständige Rückerstattung an."
Darüber hinaus wies StubHub die Verantwortung teilweise von sich: Die Probleme, die Fans erlebt hätten, seien „weitgehend auf Schwierigkeiten mit der eigenen Ticketing-Infrastruktur des Veranstalters zurückzuführen". Die Weltmeisterschaft bilde dabei keine Ausnahme, so das Unternehmen weiter.
Während des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada hatten Fans die sozialen Medien mit Beschwerden überschwemmt. Sie machten StubHub für kurzfristige Ticketstornierungen sowie für das Zurückweichen von Zusicherungen bezüglich Ersatz-Tickets verantwortlich. Die FIFA hatte die Fans zuvor gedrängt, ausschließlich die eigene offizielle Wiederverkaufsplattform zu nutzen, und diese als zuverlässig bezeichnet.
Kritik an der gesamten Ticketing-Branche
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Zur AktienanalyseDie Klageschrift geht über den Einzelfall hinaus und übt grundsätzliche Kritik an der Sport-Ticketing-Branche. „(Die Fans) wurden belogen und kauften WM-Tickets für hohe Geldbeträge – nur um enorme finanzielle Verluste zu erleiden", heißt es darin. Weiter wird erklärt: „Dies ist ein neuer Tiefpunkt für eine Sport-Ticketing-Branche, in der es immer wieder zu massiven Verbraucherschutzproblemen zum Nachteil der Fans kommt, die den Sport erst zu etwas Besonderem machen."
Für deutsche Fans und Verbraucher ist der Fall ein mahnendes Beispiel: Wer Tickets für Großveranstaltungen über Drittanbieter-Plattformen erwirbt, trägt erhebliche Risiken. Stornierungen kurz vor dem Spielbeginn können nicht nur den Ticketpreis, sondern auch bereits gebuchte Reise- und Unterkunftskosten gefährden – ohne dass ein vollständiger Ausgleich garantiert ist.


