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WM 2026: Moderate Wirtschaftsimpulse mit ungleich verteilten lokalen Vorteilen

Ein Bericht von William Blair analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen der FIFA-WM 2026 auf Tourismus, Gastgewerbe und Finanzmärkte in Nordamerika.

WM 2026: Moderate Wirtschaftsimpulse mit ungleich verteilten lokalen Vorteilen

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wird voraussichtlich einen moderaten Anstieg der Ausgaben im Tourismus- und Gastgewerbe in Nordamerika bewirken. Das geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Analysehauses William Blair hervor. Das Turnier startet am 11. Juni und wird gemeinsam von den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgerichtet.

Mit einer Rekordzahl von 48 Mannschaften und 104 Spielen in 16 Städten ist die WM 2026 das bislang größte Fußballturnier der Geschichte. William Blair sieht vor allem Unternehmen aus den Bereichen Freizeit, Gastgewerbe und Tourismus als Hauptprofiteure der Veranstaltung. Die Ausgaben für Zuschauersportarten seien seit der Pandemie stabil geblieben, was die Nachfrage im Vorfeld des Turniers stütze.

Als konkreten Anhaltspunkt zieht der Bericht Daten der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 heran. Demnach stiegen die Ausgaben in den Postleitzahlengebieten rund um die Stadien während des Wettbewerbs im Jahresvergleich um rund 7 Prozent – getrieben vor allem durch Mehrausgaben in Restaurants und Bars.

Nicht alle Gastgeberstädte profitieren gleich

Besonders interessant ist die geografische Verteilung der wirtschaftlichen Effekte. Laut William Blair könnten Städte, die normalerweise keine großen Mengen an internationalen Besuchern anziehen, die größten Zuwächse verzeichnen. In etablierten Tourismuszentren wie New York oder Miami hingegen dürften WM-Besucher eher die bestehende Reisenachfrage ersetzen, anstatt zusätzliche Impulse zu setzen.

Der Bericht weist zudem auf Unsicherheiten beim internationalen Reiseverkehr hin. Umfragen in der Hotelbranche zeigten, dass die Buchungsaktivitäten in mehreren Austragungsorten hinter den Erwartungen zurückblieben. Als potenzielle Hindernisse für Besucher aus Übersee nennt William Blair Bearbeitungszeiten für Visa, hohe Reisekosten sowie Einreisebestimmungen.

Auch die Ticketpreise bereiten dem Analysehaus Sorgen. Die FIFA setzt auf sogenanntes „Dynamic Pricing" – ein dynamisches Preismodell, das Ticketpreise je nach Nachfrage anpasst. Dies hat einige Preise auf Rekordniveau getrieben, obwohl die FIFA zuletzt für mehrere Spiele die Preise aufgrund nachlassender Nachfrage wieder senkte.

Auswirkungen auf die Finanzmärkte

William Blair beleuchtet in seinem Bericht auch mögliche Effekte auf die Aktienmärkte. Historische Analysen zeigen, dass das Handelsvolumen an den Börsen während WM-Spielen tendenziell sinkt – besonders ausgeprägt in Ländern mit starker Fußballbegeisterung.

Ein weiterer historischer Befund: Nationen, die die Weltmeisterschaft gewonnen haben, übertrafen in der Vergangenheit im Monat nach dem Finale die globalen Aktienmärkte im Schnitt um 5,5 Prozent. Gastgeberländer verzeichneten in der Regel vor und während des Turniers eine stärkere Marktperformance als in der Zeit danach.

Das Fazit des Analysehauses fällt nüchtern aus: Die WM 2026 wird voraussichtlich keine signifikanten Auswirkungen auf das allgemeine Wirtschaftswachstum haben. Dem Tourismus und dem Gastgewerbe in den Gastgeberländern dürfte das Turnier jedoch einen vorübergehenden, spürbaren Aufschwung verleihen.

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