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WM 2026: Klimakosten des Turniers mehr als doppelt so hoch wie Katar

Die erweiterte Weltmeisterschaft 2026 könnte 7,8 Millionen Tonnen CO₂ verursachen – mehr als doppelt so viel wie Katar 2022.

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WM 2026: Klimakosten des Turniers mehr als doppelt so hoch wie Katar

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startet als globales Sportfest – doch sie wirft bereits vor dem Anpfiff massive Klimafragen auf. Eine Bewertung der globalen CO₂-Bilanzierungsplattform Greenly schätzt, dass das Turnier rund 7,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid verursachen könnte. Das entspricht in etwa den jährlichen Emissionen von 1,7 Millionen Autos oder den Jahresemissionen des gesamten westafrikanischen Landes Sierra Leone.

Zum Vergleich: Die Weltmeisterschaft in Katar 2022 verursachte geschätzte 3,8 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Die WM 2026 würde diesen Wert damit mehr als verdoppeln. Wissenschaftler und Aktivisten bezeichnen das Turnier bereits jetzt als die umweltschädlichste Weltmeisterschaft, die jemals ausgetragen wurde.

Riesige Distanzen als Hauptproblem

Der entscheidende Faktor ist die schiere geografische Ausdehnung des Turniers. Mit 48 Teams, drei Gastgeberländern und 16 Spielorten erstreckt sich die WM über rund 2.800 Meilen von Vancouver im Norden bis Miami im Süden. Forscher schätzen, dass bis zu 87 Prozent der gesamten Emissionen allein durch Reisen – hauptsächlich Flüge – entstehen werden, wenn Millionen von Fans den Kontinent durchqueren, um ihren Teams zu folgen.

„Ich denke, die Weltmeisterschaft ist theoretisch sehr gut für den Sport und die Sichtbarkeit – aber schlecht aus Klimasicht", sagte Madeleine Orr, Autorin und Sportökologin, gegenüber Reuters. Die Aussage bringt das Dilemma auf den Punkt: Sportlicher Fortschritt und ökologische Verantwortung stehen in direktem Widerspruch zueinander.

David Gogishvili, Geograf an der Universität Lausanne, erklärt das Problem strukturell: „Man erhöht die Anzahl der Teams und platziert sie dann in einem Land, in dem man zunächst erhebliche Strecken per Flugzeug zurücklegen muss, um dorthin zu gelangen, und dann weitere große Distanzen zwischen den Austragungsorten bewältigen muss. Damit beseitigen wir zwar eine Quelle negativer Umwelteinflüsse, verstärken sie aber an anderer Stelle." Gogishvili zufolge wurden die ökologischen Gesamtkosten durch die Turniererweiterung lediglich verlagert, nicht reduziert.

Kein Stadionbau, aber höhere Gesamtemissionen

Ein häufig genannter Vorteil der WM 2026 gegenüber Katar ist das Fehlen neuer Stadionbauten. In Katar wurden sieben neue Stadien errichtet, was international stark kritisiert wurde. Doch dieser Vorteil wird durch die enormen Reisedistanzen mehr als aufgewogen. Die Emissionen durch Infrastruktur wurden zwar eingespart, die Reiseemissionen übersteigen diese Einsparungen jedoch bei weitem.

Die WM-Spielorte sind in drei regionale Cluster unterteilt – West, Zentral und Ost –, um die Reiseentfernungen zumindest zu begrenzen. Dennoch haben einzelne Nationalteams erhebliche Strecken zu bewältigen. England beispielsweise trägt unter den Turnierfavoriten die größte Reisebelastung: Die drei Gruppenspiele in Dallas, Boston und New Jersey erstrecken sich über 1.721 Meilen.

FIFA-Klimaziele unter Druck

Auf dem UN-Klimagipfel COP26 im Jahr 2021 verpflichtete sich die FIFA im Rahmen des „Sports for Climate Action Framework" der Vereinten Nationen, ihre CO₂-Emissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Ein spezifisches CO₂-Ziel für die Weltmeisterschaft 2026 hat die FIFA jedoch nicht festgelegt.

Für deutsche Fußballfans und Privatanleger, die in nachhaltige Geldanlagen investieren, verdeutlicht die WM 2026 ein grundsätzliches Spannungsfeld: Großveranstaltungen mit globalem Publikum sind strukturell schwer mit ambitionierten Klimazielen vereinbar. Die Debatte um die ökologischen Kosten des Profifußballs dürfte mit dem Anstoß am Donnerstag erst richtig Fahrt aufnehmen.

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