Wintersturm Fern: Delta streicht Flüge, USA drohen Stromausfälle
Der Wintersturm Fern legt weite Teile der USA lahm. Delta Air Lines streicht massiv Flüge, während 170 Millionen Amerikaner von extremen Wetterbedingungen betroffen sind. Energieminister warnen vor großflächigen Blackouts.

Ein massiver Wintersturm zieht über die USA und versetzt das Land in den Ausnahmezustand. Von New Mexico bis Neuengland sind bis Montag rund 170 Millionen Amerikaner von extremen Wetterbedingungen betroffen. In mindestens 14 Bundesstaaten wurde bereits der Notstand ausgerufen.
Delta Air Lines streicht hunderte Flüge
Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines reagiert mit drastischen Maßnahmen auf den Wintersturm. Besonders betroffen sind das wichtige Drehkreuz Atlanta sowie die Ostküsten-Hubs in Boston und New York. Bereits am Donnerstag strich Delta zahlreiche Verbindungen an Flughäfen in fünf Bundesstaaten. Die Airline forderte Passagiere auf, ihre Wochenendflüge umzubuchen und warnte vor erheblichen Verzögerungen während einer der verkehrsreichsten Reisezeiten des Winters.
Weitere Flugausfälle werden für die Regionen Ohio Valley und Tennessee Valley erwartet, darunter die Flughäfen Nashville und Raleigh-Durham. Eis, Schnee und starke Winde beeinträchtigen den gesamten US-Flugverkehr von Süden bis zur Ostküste.
Katastrophale Eisansammlungen drohen
Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnt vor einer gefährlichen Mischung aus gefrierendem Regen, Schneeregen und Schnee im Südosten. Besonders kritisch ist die Lage in den Südlichen Ebenen, im Unteren Mississippi-Tal, im Tennessee-Tal und im Südosten. Dort werden katastrophale Eisansammlungen erwartet, die zu "langwierigen Stromausfällen, erheblichen Baumschäden und extrem gefährlichen Bedingungen" führen könnten.
Für den Nordosten und das Ohio Valley prognostizieren Meteorologen Schneefälle von über 30 Zentimetern. In Atlanta werden für Sonntag massive Eisansammlungen erwartet, während im Nordosten ab Sonntagnachmittag starker Schneefall einsetzen soll.
Erdgaspreise explodieren um 70 Prozent
Die drohende Kältewelle und der stark gestiegene Heizbedarf haben die Erdgaspreise in dieser Woche um rund 70 Prozent nach oben getrieben. Goldman Sachs warnt, dass der Sturm die US-Erdgasproduktion erheblich stören könnte. Das US-Energieministerium steht bereit, Notverordnungen zu erlassen, um die Stromversorgung zu sichern und Blackouts zu verhindern.
Energieminsiter Chris Wright forderte die Netzbetreiber in einem Schreiben auf, "bereit zu sein, bei Bedarf Notstromressourcen aus Rechenzentren und anderen wichtigen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen". Die Sorge vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung ist groß, zumal das Netz bereits durch die steigende Nachfrage von Rechenzentren unter Druck steht.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseErinnerungen an Wintersturm Uri 2021
Die North American Electric Reliability Corporation (NERC) warnte, dass der Energieverbrauch von Rechenzentren es erschwere, eine angemessene Stromversorgung unter extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Besonders kritisch ist die Lage in Texas, wo Erinnerungen an den verheerenden Wintersturm Uri im Februar 2021 wach werden.
Damals führten gefrorene Förderanlagen und Pipelines zum Ausfall gasbetriebener Stromerzeugung. Über 4 Millionen Menschen waren ohne Strom, mindestens 210 Menschen starben an den Folgen – durch Unterkühlung und Kohlenmonoxidvergiftung. Die Behörden wollen eine Wiederholung dieses Szenarios mit allen Mitteln verhindern.


