Wintershall DEA trotz Russland-Rückzug optimistisch
Sparprogramm und Portfolio-Diversifizierung als Antwort auf geopolitische Herausforderungen

Wintershall DEA, eine Mehrheitsbeteiligung von BASF, steht trotz des Rückzugs aus dem Russland-Geschäft weiterhin stark da. Vorstandschef Mario Mehren betonte, dass das Unternehmen immer auf ein diversifiziertes Portfolio gesetzt habe. Während der Rückzug aus Russland zwar 50 Prozent des Geschäfts kostet, bleibt die andere Hälfte in Europa, Nordafrika und Lateinamerika erhalten.
Mehren verteidigte das Sparprogramm des Unternehmens, das im Zuge des Rückzugs aus Russland eingeführt wurde. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat nicht nur die Energiemärkte, sondern auch Wintershall DEA stark beeinflusst. Das Unternehmen hat durch den Rückzug die Hälfte seiner Produktion und 60 Prozent seiner Reserven verloren, während die Produktionskosten um 35 Prozent gestiegen sind. Die Verwaltungskosten liegen sogar um 50 Prozent über denen der Wettbewerber.
Um die Kosten zu senken, plant das Unternehmen, seine Verwaltungskosten zu reduzieren und interne Arbeitsabläufe anzupassen. Ab dem kommenden Jahr wird Wintershall DEA nur noch einen Hauptsitz in Kassel haben. Das obere und mittlere Management wird um etwa 40 Prozent reduziert. Mehren schätzt, dass durch diese Maßnahmen rund 200 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden können, wovon etwa die Hälfte durch den Abbau von Stellen erreicht wird.
Weltweit sollen 500 Stellen gestrichen werden, davon etwa 300 in Deutschland. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern haben bereits begonnen. Für die Umstrukturierung rechnet das Unternehmen im dritten Quartal mit einer Rückstellung in Höhe von 225 Millionen Euro.
Darüber hinaus plant Wintershall DEA, sich vollständig von allen russischen Beteiligungen zu trennen. Mehren gab an, dass die russische Regierung immer wieder neue Hürden aufbaut, die es ausländischen Unternehmen erschweren, das Land zu verlassen. Daher wird jetzt die rechtliche Trennung vollzogen. Alles, was nicht mit Russland zu tun hat, wird von den russischen Beteiligungen abgespalten und in einer neuen Holding zusammengefasst.
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Zur AktienanalyseZu einem möglichen Verkauf der Beteiligung an der Pipelinebetreiber-Holding Wiga wollte sich Mehren nicht äußern. Er betonte jedoch, dass das Onshore-Pipeline-Geschäft grundsätzlich auf dem Prüfstand stehe und keine strategische Beteiligung mehr für Wintershall DEA darstelle.
Die BASF-Aktie verlor letztlich 0,17 Prozent auf 45,81 Euro. Trotz der Herausforderungen bleibt Wintershall DEA optimistisch und sieht sich gut aufgestellt für die Zukunft.


