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Wiederverwertung im Mittelstand als Zukunftsweg

Innovative Ansätze zur Kreislaufwirtschaft stärken Wirtschaft und Umwelt gleichzeitig

Wiederverwertung im Mittelstand als Zukunftsweg

Die Rückkehr zur Wiederverwertung von Materialien und Produkten ist ein zentrales Thema in der heutigen Wirtschaft, insbesondere im Mittelstand. In Deutschland sind Unternehmen zunehmend gefordert, sich von der Wegwerfmentalität abzuwenden und stattdessen auf die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu setzen. Eine Expertin warnt, dass große Konzerne rasch umdenken müssen, um den Herausforderungen einer sich verändernden wirtschaftlichen und ökologischen Landschaft gerecht zu werden.

Reparaturbetriebe wie „Blitzblume“ in Ingelheim zeigen, wie durch längere Lebensdauern von Elektrogeräten der Ressourcenverbrauch gesenkt werden kann. Die Inhaber solcher Betriebe sind häufig mit der Problematik konfrontiert, dass viele Geräte nach relativ kurzer Zeit ausfallen. Dennoch haben sie das Motto „Reparieren geht vor Wegwerfen und Neukaufen“ verinnerlicht. Diese Sichtweise wird auch von der Europäischen Union unterstützt, die Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass Konsumgüter wie Waschmaschinen und Geschirrspüler mindestens zehn Jahre halten müssen. Ein neues „Recht auf Reparatur“ soll die Verfügbarkeit von Ersatzteilen fördern und die Lebensdauer der Produkte verlängern.

Die Abfallmengen in Europa wachsen, und die EU-Kommission schätzt, dass jährlich 35 Millionen Tonnen Elektroschrott entstehen, weil viele Geräte zu früh den Geist aufgeben. Altgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe, die jedoch oft schwer und energieaufwendig zu recyceln sind. Neben Elektrogeräten ist auch der Verpackungsmüll ein bedeutendes Problem, mit einem Pro-Kopf-Anfall von 237 Kilogramm in Deutschland. Nur ein Teil davon wird recycelt, da viele Verpackungen aus verschiedenen Kunststoffen bestehen, die sich nicht trennen lassen.

Im Rahmen eines Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft will die EU die Verbraucherrechte stärken, um Unternehmen dazu zu bewegen, Rohstoffe möglichst lange im Umlauf zu halten und Abfälle zu vermeiden. Im Gegensatz zu vielen DAX-Konzernen zeigen sich im Mittelstand jedoch bereits Pioniere, die innovative Lösungen entwickeln. So extrahiert das Chemieunternehmen CPH Rohstoffe aus Abwasser, während Novo Tech aus alten Rotorblättern neue Produkte herstellt. Auch in der Textilwirtschaft setzen Unternehmen wie Vaude und Trigema auf kreislauffähige Materialien.

Die Herausforderung besteht darin, dass viele Firmen noch nicht im Sinne der Kreislaufwirtschaft agieren. Nachhaltigkeitsexpertin Alexandra Pehlken weist darauf hin, dass Unternehmen, die den Wandel nicht vollziehen, in naher Zukunft Probleme bekommen könnten. Studien zeigen, dass eine Umstellung auf die Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von Vorteil ist, mit dem Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen und einer Steigerung der Bruttowertschöpfung.

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