Whitbread und Tesco: Börsenausblick für die kommende Woche
Nächste Woche stehen Quartalsupdates von Whitbread und Tesco im Fokus – mit gemischten Aussichten für Umsatz und Margen.

In der kommenden Börsenwoche rücken zwei britische Schwergewichte in den Mittelpunkt: Die Hotelkette Whitbread und der Supermarktriese Tesco veröffentlichen ihre Quartalsupdates. Beide Unternehmen stehen unter dem Druck steigender Kosten, können aber auch auf solide Umsatzentwicklungen verweisen.
Whitbread: Premier Inn unter Margendruck
Das erste Quartal von Whitbread verlief nach Einschätzung von Derren Nathan, Leiter der Aktienanalyse bei Hargreaves Lansdown, passabel. Die gesamten Beherbergungsumsätze von Premier Inn im Vereinigten Königreich stiegen in den acht Wochen bis zum 23. April um rund 1,9 Prozent. Dieser Zuwachs verteilte sich etwa zu gleichen Teilen auf organisches Wachstum und neue Zimmerkapazitäten.
Auch die Vorausbuchungen entwickelten sich positiv. Allerdings steuert die Kosteninflation im Vereinigten Königreich auf 4 Prozent zu, was die Margen in diesem Jahr unter erheblichen Druck setzt. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass internationale Besucher in Londoner Hotels allmählich die Auswirkungen der Störungen durch den Nahostkonflikt zu spüren bekommen. Whitbread dürfte hiervon zwar weniger betroffen sein als die Konkurrenz, doch jede Verlangsamung würde enttäuschen.
Positiver verlief der Start in Deutschland: Die jüngere Deutschland-Sparte verzeichnete ein Umsatzplus von 9 Prozent bei den Beherbergungen, obwohl der Veranstaltungskalender relativ leer war. Da das Deutschland-Geschäft jedoch nur knapp über der Gewinnschwelle operiert, bleibt die Performance im Vereinigten Königreich der entscheidende Faktor für die diesjährigen Ergebnisse.
Analysten erwarten derzeit einen Umsatzrückgang um 1 Prozent auf 2,9 Milliarden Britische Pfund. Die Inflation verstärkt den Druck auf das operative Ergebnis, für das ein Rückgang um 8 Prozent auf 0,6 Milliarden Britische Pfund prognostiziert wird.
Tesco: Marktführer mit Aufwärtspotenzial
Tesco bleibt der größte Supermarkt im Vereinigten Königreich. Weitere Marktanteilsgewinne trugen dazu bei, dass der Einzelhandelsumsatz im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 66,6 Milliarden Britische Pfund stieg. Trotz eines geringeren Gewinnwachstums – höhere Personalkosten belasteten die Margen – lag der Free Cashflow deutlich über den Markterwartungen. Der Konzern treibt zudem sein aktuelles Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 0,8 Milliarden Britischen Pfund weiter voran.
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Zur AktienanalyseDas Quartalsupdates in der nächsten Woche sollte laut Analyst Aarin Chiekrie zeigen, dass der Umsatztrend weiter nach oben zeigt. Allerdings dürfte sich das Wachstumstempo im weiteren Jahresverlauf verlangsamen. Hohe Ölpreise belasten die Budgets der Verbraucher und könnten zu einem verstärkten Wechsel zu günstigeren Eigenmarken führen.
Die enorme Größe von Tesco verschafft dem Unternehmen jedoch einen strukturellen Vorteil: Der Konzern kann hart mit Lieferanten verhandeln und die Preise wettbewerbsfähig halten. Wenn die Betriebsabläufe wie erwartet gestrafft werden können, besteht noch Aufwärtspotenzial gegenüber der vorsichtigen Prognose des Konzerns für das Gesamtjahr. Diese sieht einen bereinigten operativen Gewinn von 3,0 bis 3,3 Milliarden Britischen Pfund vor.
Für deutsche Anleger sind beide Unternehmen als britische Konsumwerte interessant, da sie Einblicke in die Kaufkraft und das Konsumverhalten britischer Verbraucher liefern – ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage auf der Insel nach dem Brexit.


