Wettbewerb um LNG-Terminals verschärft sich in Deutschland
Staatlicher Betreiber könnte private Anbieter mit günstigeren Preisen unter Druck setzen

Der private Betreiber des deutschen Flüssigerdgas-(LNG)-Terminals Deutsche ReGas sieht sein Geschäft durch möglicherweise niedrigere Preise des staatlichen Betreibers Deutsche Energy Terminal (DET) gefährdet. Deutschland hat seine LNG-Kapazitäten ausgebaut, um die weggefallenen Pipelinegaslieferungen aus Russland zu ersetzen. Dazu wurden schwimmende Speicher- und Wiederverdampfungseinheiten (FSRUs) an verschiedenen Küstenstandorten errichtet. Die hohe Auslastung der unterirdischen Gasspeicher in Europa und ein Überangebot an LNG-Terminals erschweren jedoch die Akquise neuer Lieferungen.
Seit Ende Dezember 2024 steht Deutsche ReGas nach eigenen Angaben in einem ungleichen Wettbewerb mit DET. Geschäftsführer Ingo Wagner erklärte, dass die staatlichen Vorgaben DET untersagen, Slots unterhalb der Kostengrenze anzubieten. ReGas bemängelt jedoch, dass DET aufgrund staatlicher Subventionen in der Lage sei, Preise zu setzen, die für ein privatwirtschaftliches Unternehmen nicht tragbar seien. Die Deutsche Ostsee LNG-Anlage von ReGas ist das einzige Terminal in der Ostsee und könnte künftig eine entscheidende Rolle beim Gastransport in Länder wie Tschechien und die Slowakei spielen, die ihre Pipelineflüsse nach dem Wegfall russischer Lieferungen umkehren.
Ein Abkommen über den Gastransit zwischen Russland und der Ukraine endete am 1. Januar 2025. Gleichzeitig intensiviert die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre Bemühungen, mehr LNG nach Europa zu exportieren. Währenddessen plant DET kurzfristige Auktionen für Regasifizierungskapazitäten an den Standorten Wilhelmshaven und Brunsbüttel in der Nordsee. Diese sollen am 4., 5. und 6. Februar stattfinden. Die Europäische Kommission hatte die Aktivitäten von DET im Dezember im Rahmen der Beihilferegeln genehmigt.
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Zur AktienanalyseSeit dem Winter 2022 hat Deutschland in einem beschleunigten Verfahren die LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Lubmin – nahe Mukran – errichtet und Schiffe für die Gasverarbeitung angemietet. DET betonte, dass die kurzfristigen Auktionen im Dezember dazu beigetragen hätten, die Versorgungssicherheit trotz geringer Buchungsnachfrage zu gewährleisten. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass die regulatorischen Anforderungen zur Vermarktung der Regasifizierungskapazitäten eingehalten würden. Die Auktionen umfassen Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Entladung, Wiederverdampfung, Einspeisung und Speicherung von LNG.


