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WestJet legt Boeing-737-Jets vor drohendem Streik still

Die kanadische Fluggesellschaft WestJet reagiert auf festgefahrene Tarifverhandlungen mit dem Kabinenpersonal und sichert operative Kontrolle.

WestJet legt Boeing-737-Jets vor drohendem Streik still

Die kanadische Fluggesellschaft WestJet hat damit begonnen, ihre Boeing-737-Maschinen am Boden zu lassen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen mit dem Kabinenpersonal, die zu einem Streik führen könnten. Das Unternehmen mit Sitz in Calgary gehört zum Konzern Onex Corp.

Die Gewerkschaft Canadian Union of Public Employees (CUPE), die das WestJet-Kabinenpersonal vertritt, hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass ein Streik bereits ab dem 2. August um 00:01 Uhr Mountain Time (06:01 Uhr GMT) möglich sei. Kern des Konflikts ist ein Streit über unbezahlte Arbeitszeit: Die Flugbegleiter fordern, ab dem Zeitpunkt des Check-ins bis zum Ende ihrer Schicht entlohnt zu werden – was bislang nicht der Fall ist.

WestJet erklärte in einer Stellungnahme vom Freitag: „Wir sind weiterhin aktiv am Verhandlungstisch bemüht, zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine einvernehmliche Einigung zu erzielen." Das Stilllegen der Flugzeuge ermögliche es dem Unternehmen, die operative Kontrolle zu behalten und den Flugbetrieb geordnet zu steuern.

Welche Flüge sind betroffen?

Nicht alle WestJet-Verbindungen sind von der Maßnahme betroffen. Flüge der Tochtergesellschaft WestJet Encore, die mit Maschinen des Typs Bombardier Q400 operiert, sind weiterhin planmäßig im Einsatz. Auch von Partnern betriebene Codeshare-Flüge bleiben laut Unternehmensangaben unberührt.

Die Stilllegung der Boeing-737-Flotte ist eine präventive Maßnahme, die WestJet in die Lage versetzt, im Falle eines Streiks geordnet zu reagieren, anstatt kurzfristig Flüge streichen zu müssen. Für Passagiere bedeutet dies dennoch erhebliche Unsicherheit, da die Boeing 737 das Rückgrat der WestJet-Flotte bildet.

Gewerkschaft zeigt sich vorsichtig optimistisch

Trotz der angespannten Lage äußerte sich die Gewerkschaftsseite mit vorsichtiger Zuversicht. „Wir haben einige Fortschritte gemacht, und die verbleibenden Fragen müssen am Verhandlungstisch geklärt werden. Wir sind hoffnungsvoll, dass wir einen Streik noch vermeiden können", sagte Alia Hussain, Präsidentin der WestJet-Sparte der Canadian Union of Public Employees.

Der Streit um unbezahlte Arbeitszeit ist in der Luftfahrtbranche kein Einzelfall. Flugbegleiter weltweit kämpfen darum, dass Zeiten wie Boarding-Vorbereitung, Sicherheitschecks und Wartezeiten am Boden als vergütungspflichtige Arbeitszeit anerkannt werden. In vielen Ländern beginnt die offizielle Bezahlung erst mit dem Schließen der Flugzeugtür – ein Modell, das Gewerkschaften zunehmend anfechten.

Für WestJet steht bei diesem Konflikt viel auf dem Spiel. Als zweitgrößte kanadische Fluggesellschaft nach Air Canada ist WestJet besonders in der Hauptreisesaison auf einen reibungslosen Betrieb angewiesen. Ein Streik Anfang August würde mitten in die Hochsaison fallen und könnte tausende Passagiere betreffen. Beide Seiten haben damit ein starkes Interesse daran, eine Einigung noch vor dem 2. August zu erzielen.

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