Weniger Strom, mehr Erneuerbare
Anteil fossiler Energien sinkt, Wind- und Solarstrom erreichen neue Höchstwerte

Deutschland verzeichnete im Jahr 2024 einen Rückgang der Stromproduktion, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Insgesamt wurden 431,5 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist, was einem Rückgang von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang ist insbesondere auf einen geringeren Strombedarf im produzierenden Gewerbe sowie auf eine verstärkte Stromimporttätigkeit aus dem Ausland zurückzuführen. Während die gesamte Stromerzeugung abnahm, nahm der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix weiter zu.
Erneuerbare Energien stellten mit einem Anteil von 59,4 Prozent im Jahr 2024 die dominierende Stromquelle dar. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 56 Prozent gelegen. Insgesamt stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen um 2,3 Prozent auf 256,4 Milliarden Kilowattstunden. Der Zuwachs war insbesondere auf eine gesteigerte Einspeisung aus Photovoltaikanlagen und Wasserkraftwerken zurückzuführen. Photovoltaik verzeichnete mit einer Steigerung um 10,4 Prozent auf 59,5 Milliarden Kilowattstunden einen neuen Höchstwert, der 13,8 Prozent der gesamten inländischen Stromproduktion entsprach. Auch die Stromeinspeisung aus Wasserkraft stieg um 10,3 Prozent auf 20,4 Milliarden Kilowattstunden, was einem Anteil von 4,7 Prozent an der Gesamtstromproduktion entsprach.
Die Windkraft blieb mit einer Stromproduktion von 136 Milliarden Kilowattstunden die wichtigste erneuerbare Energiequelle, obwohl die eingespeiste Menge im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurückging. Aufgrund des allgemeinen Rückgangs der Stromproduktion stieg der Anteil von Windkraft an der gesamten Stromerzeugung jedoch leicht von 30,8 auf 31,5 Prozent. Trotz des leichten Rückgangs blieb Windkraft die bedeutendste erneuerbare Energiequelle in Deutschland.
Die Stromproduktion aus konventionellen Energieträgern ging im Jahr 2024 weiter zurück. Insgesamt wurden aus fossilen Quellen 175,1 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, was einem Rückgang von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders stark war der Rückgang bei der Stromerzeugung aus Kohle. Mit 97,2 Milliarden Kilowattstunden wurde 16,0 Prozent weniger Strom aus Kohle eingespeist als im Jahr 2023. Der Anteil von Kohlestrom an der Gesamtproduktion sank auf 22,5 Prozent, nachdem er im Vorjahr noch bei 25,9 Prozent gelegen hatte. Damit erreichte der Kohlestromanteil einen neuen Tiefststand.
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Zur AktienanalyseDie Stromproduktion aus Erdgas nahm hingegen zu. Mit 64,1 Milliarden Kilowattstunden wurde 4,6 Prozent mehr Strom aus Erdgas erzeugt als im Jahr 2023. Der Anteil von Erdgas an der Gesamtstromproduktion lag 2024 bei 14,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018. Der Anstieg folgte auf einen zuvor gesunkenen Anteil, der im Jahr 2022 infolge der Energiekrise auf 11,5 Prozent gefallen war. Nach der Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke am 15. April 2023 gab es im Jahr 2024 keine Einspeisung aus inländischer Kernenergie mehr.


