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Weniger Solaranlagen in Ostdeutschland als im Westen

Geringere Eigenheimquote, politische Präferenzen und Strahlungswerte beeinflussen die ungleiche Verteilung

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Weniger Solaranlagen in Ostdeutschland als im Westen

In ostdeutschen Gemeinden sind deutlich weniger Solaranlagen installiert als in westdeutschen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur, die von der Plattform Selfmade Energy durchgeführt wurde. Dabei wurden die Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) pro Gemeinde in Deutschland ausgewertet. Städte wurden bewusst ausgenommen, da sie die Ergebnisse verfälschen könnten. Laut den Daten gibt es in den alten westdeutschen Bundesländern durchschnittlich 405 PV-Anlagen pro Gemeinde, während in den neuen Bundesländern nur 138 PV-Anlagen installiert sind.

Ein besonders extremes Beispiel zeigt sich in Nordrhein-Westfalen, wo die Zahl der PV-Anlagen pro Gemeinde bei 1007 liegt, während in Mecklenburg-Vorpommern nur 43 Anlagen pro Gemeinde verzeichnet wurden. Auch eine Untersuchung der KfW Förderbank bestätigt diese Zahlen: Im Westen und Süden Deutschlands sind zwischen 16 und 23 Prozent der Wohngebäude mit PV-Anlagen ausgestattet, während es im Nordosten Deutschlands lediglich drei bis acht Prozent sind. Diese deutliche Diskrepanz zwischen Ost- und Westdeutschland wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst.

Tim Rosengart, der Chef von Selfmade Energy, führt das geringe Interesse an PV-Anlagen in ostdeutschen Regionen auch auf die politische Gesinnung zurück. In Thüringen und Sachsen, wo die Grünen bei den Landtagswahlen nur geringe Stimmenanteile erhielten, sind im Durchschnitt lediglich 62 bzw. 159 PV-Anlagen pro Gemeinde installiert. Die AfD, die in diesen Bundesländern ein Drittel der Stimmen erhielt, lehnt in ihrem Wahlprogramm erneuerbare Energien ab und fordert die Abschaffung von Förderungen. Zudem wird der finanzielle Nutzen von PV-Anlagen für Hausbesitzer oft nicht ausreichend betont.

Magnus Doms von der Agentur für Erneuerbare Energien sieht einen weiteren Grund für die geringere Verbreitung von Solaranlagen in der wirtschaftlichen Situation Ostdeutschlands. Die Eigenheimquote, das verfügbare Einkommen und die Wirtschaftskraft seien dort niedriger, was die Investitionsbereitschaft hemme. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Globalstrahlung, die im Süden Deutschlands um bis zu 20 Prozent höher ist als im Norden. Dadurch lohnt sich der Einsatz von PV-Anlagen in südlichen Regionen oft mehr als in nördlichen.

Trotzdem wird im Osten Deutschlands pro Kopf mehr Solarstrom erzeugt als im Westen, da es dort viele Freiflächenanlagen gibt. In Thüringen sind pro 1000 Einwohner 1137 Kilowatt Peak installiert, in Mecklenburg-Vorpommern sogar 2327. Dennoch profitieren die ostdeutschen Haushalte nicht direkt davon, da es mehr regionale Stromtarife bräuchte, um den vor Ort erzeugten Strom zu günstigeren Preisen zu beziehen.

DeutschlandEnergieEnergiewendeSolarstrom

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