Weniger Baugenehmigungen: Wohnungsbau in der Krise
Steigende Kosten und Bürokratie bremsen Investitionen, Trendwende frühestens 2026 erwartet

Die Wohnungsbaubranche in Deutschland befindet sich weiterhin in einer Krise. Die Anzahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen lag auch im August 2024 unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Das Statistische Bundesamt meldete, dass die Genehmigungen um 6,8 Prozent auf 18.300 Wohnungen zurückgingen. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden insgesamt 141.900 Wohnungen genehmigt, was einem Rückgang von 19,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Abwärtstrend setzt sich damit fort, nachdem bereits 2023 als schwaches Jahr in die Statistik einging. Besonders stark betroffen ist der Bau von Einfamilienhäusern, wo die Zahl der genehmigten Projekte um 26,6 Prozent gesunken ist.
Als Hauptgründe für die sinkenden Baugenehmigungen werden steigende Bau- und Finanzierungskosten sowie ein hoher bürokratischer Aufwand genannt. Diese Faktoren belasten Investoren, die zunehmend Zurückhaltung zeigen. Der Auftragsmangel im Wohnungsbau verschärfte sich zuletzt weiter: Im September berichteten 52,9 Prozent der befragten Unternehmen über fehlende Aufträge, nach 50,6 Prozent im August. Trotz des anhaltenden Rückgangs der Stornierungen, die im Oktober 2023 noch bei 22,2 Prozent lagen und aktuell auf 11,2 Prozent gesunken sind, bleibt die Lage im Wohnungsbau ernst.
Experten sehen keine schnelle Erholung der Branche. Laut ifo-Institut wird eine Trendwende erst frühestens 2026 erwartet, da erst dann die Auswirkungen der Zinssenkungen der Zentralbank durchschlagen könnten. Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Kreditzinsen für Haushalte sind weiterhin hoch, und die Investitionen im Wohnungsbau werden voraussichtlich weiter zurückgehen. Auch die Bundesregierung dürfte ihr Ziel, 400.000 neue Wohneinheiten jährlich zu schaffen, deutlich verfehlen. Besonders betroffen sind neben Einfamilienhäusern auch Zweifamilien- und Mehrfamilienhäuser. Die Genehmigungen für Zweifamilienhäuser gingen in den ersten acht Monaten des Jahres um 13,9 Prozent zurück, während die Zahl der Genehmigungen für Mehrfamilienhäuser um 19,6 Prozent sank.
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Zur AktienanalyseBranchenvertreter warnen vor einer Verschärfung der Situation in den kommenden Jahren. Der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Dirk Salewski, sieht den Wohnungsmangel weiter wachsen. Die aktuellen Entwicklungen könnten langfristig zu einer erheblichen Verschlechterung der Lage auf dem Wohnungsmarkt führen, was besonders für Städte mit bereits angespannter Wohnsituation problematisch ist.


