Weltweite Kohlekraft wächst langsamer als zuvor
Chinas Dominanz, verzögerte Stilllegungen und erneuerbare Energien prägen die Entwicklung 2024

Die weltweite Kapazität von Kohlekraftwerken ist im Jahr 2024 um 18,8 Gigawatt gestiegen. Dies stellt den geringsten Zuwachs innerhalb der vergangenen zwanzig Jahre dar. Dennoch konnten Schließungen in mehreren Ländern nicht verhindern, dass die globale Kohlekraftkapazität weiter anstieg. Vor allem China und Indien trugen mit neuen Inbetriebnahmen maßgeblich dazu bei, wie aus den aktuellen Daten der Denkfabrik Global Energy Monitor hervorgeht. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr weltweit 44 Gigawatt an neuer Kohlekraftleistung ans Netz gebracht, verteilt auf zwölf Länder. Demgegenüber standen Stilllegungen von Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von 25,2 Gigawatt.
Die gesamte installierte Kohlekraftwerkskapazität liegt nun bei 2.143 Gigawatt und damit 13 Prozent höher als zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens vor nahezu zehn Jahren. China, der weltweit größte Energieverbraucher, nahm 2024 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 30,5 Gigawatt neu in Betrieb. Damit entfielen mehr als 70 Prozent der weltweiten Zubauten auf das Land. Allerdings lag dieser Wert unter dem des Vorjahres, als China 47,4 Gigawatt an neuer Kohlekraftleistung hinzufügte. Die jüngsten Projekte stellen laut Forschern dennoch den höchsten Jahreszuwachs in China seit einem Jahrzehnt dar.
China hatte angekündigt, den Ausbau neuer Kohlekraftwerke streng zu kontrollieren. Dennoch werde der Bau neuer Anlagen von Kohleinteressen im Land weiter vorangetrieben, begünstigt durch eine lockere Durchsetzung der eigenen Richtlinien, sagte Christine Shearer, Leiterin des Coal Plant Tracker Programms von Global Energy Monitor. Auch das Argument, Kohlekraftwerke zur Unterstützung von Wind- und Solarenergie zu errichten, greife nur bedingt. Viele der neuen Anlagen entstünden in Regionen, die bereits über ausreichend Kohlekraftkapazitäten verfügten, ergänzte Shearer.
Indien verzeichnete 2024 einen Anstieg der Kohlekraftkapazität um 5,6 Gigawatt, nach 5,5 Gigawatt im Jahr zuvor. Zu den weiteren Ländern, die neue Kohlekraftwerke in Betrieb nahmen, gehörten Indonesien, Bangladesch, Pakistan, Südkorea und die Philippinen. Zugleich verschieben einige Staaten, darunter auch die USA, den geplanten Rückbau älterer Anlagen. Als Ursache dafür gilt die unzureichende Entwicklung von Alternativen im Bereich der sauberen Energien, um die Stilllegungen auszugleichen.
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Zur AktienanalyseDer Zubau von erneuerbaren Energien lag im vergangenen Jahr weltweit bei 585 Gigawatt und stieg damit im Vergleich zu 2023 um 15 Prozent. Damit machten erneuerbare Energien 92,5 Prozent der globalen Netto-Kapazitätszuwächse aus. Um das internationale Ziel, die Kapazität bis 2030 zu verdreifachen, zu erreichen, müsste das jährliche Wachstum jedoch auf 16,6 Prozent steigen. Laut der Pariser Organisation REN21 reicht der derzeitige Ausbau nicht aus, um den steigenden Strombedarf vollständig zu decken. Erneuerbare Energien würden momentan vor allem den zusätzlichen Bedarf abfangen, ohne fossile Energien effektiv zu ersetzen.


