Weltraum-ETFs heben ab: Anleger warten nicht auf SpaceX-Börsengang
Drei neue Weltraum-ETFs verzeichnen seit ihrer Auflegung zweistellige Gewinne – und ihre Positionen stiegen im Schnitt um 80 Prozent.

Wer auf den mit Spannung erwarteten Börsengang von SpaceX wartet, muss nicht tatenlos bleiben. Seit März 2025 wurden mindestens drei neue Weltraum-ETFs aufgelegt, die Anlegern bereits jetzt Zugang zum boomenden Raumfahrtsektor bieten. Der Global X Space Tech (ORBX), der Roundhill Space & Technology (MARS) und der Tema Space Innovators (NASA) haben seit ihrer Auflegung allesamt zweistellige Gewinne erzielt.
Die Performance dieser Fonds ist bemerkenswert: Laut einer Analyse der Bespoke Investment Group sind die rund zwei Dutzend Positionen dieser ETFs seit Jahresbeginn bis einschließlich Montag im Durchschnitt um etwa 80 Prozent gestiegen. Damit nähern sie sich dem Anstieg des PHLX Semiconductor Index – der etablierten Benchmark für Chipwerte – von 18 Prozent an und haben diesen sogar knapp übertroffen.
Raketen, Satelliten und spektakuläre Kursgewinne
Zu den auffälligsten Einzelwerten in diesen ETFs zählen der Raketenbauer Rocket Lab (RKLB) mit einem Plus von 88 Prozent sowie der Satellitenspezialist Planet Labs (PL), der um 111 Prozent zulegte. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Satellogic (SATL) aus, das um über 410 Prozent kletterte. Vishay Precision (VPG) gewann 173 Prozent, und Spire Global (SPIR) legte im gleichen Zeitraum um 156 Prozent zu.
Ein wichtiger Hinweis für Anleger: Keines dieser Unternehmen ist laut den jeweiligen jüngsten Quartalsberichten nach GAAP-Standard profitabel. Die hohen Kursgewinne spiegeln damit vor allem Wachstumserwartungen und Zukunftsfantasien wider – nicht aktuelle Gewinne. Das erhöht das Risikoprofil dieser Investments erheblich.
SpaceX nur in einem Fonds vertreten
Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX, dessen Börsengang als potenziell größter aller Zeiten gilt, ist nicht in allen drei Fonds enthalten. Lediglich der „NASA"-Fonds von Tema hält einen Anteil von 5 Prozent an SpaceX. Für Anleger, die gezielt auf ein SpaceX-Debüt setzen möchten, bieten die ETFs also nur einen begrenzten direkten Zugang.
Dennoch profitieren alle drei Fonds von der allgemeinen Aufbruchsstimmung im Weltraumsektor. Jeff Bezos, Executive Chairman von Amazon und Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens Blue Origin, erklärte in einem CNBC-Interview, dass sich die Weltraumtechnologie „beschleunigt". Als Beispiel nannte er den Satelliten-Internetdienst Starlink von SpaceX. „Ich möchte diejenigen warnen, die glauben, das sei alles Science-Fiction", sagte Bezos. „Denn es ist real, es findet statt, und es wird wahrscheinlich schneller gehen, als die meisten Leute denken."
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Zur AktienanalyseKonzentrierte Portfolios mit einprägsamen Tickern
Was die drei ETFs neben ihren eingängigen Tickersymbolen – ORBX, MARS und NASA – verbindet, sind konzentrierte Aktienportfolios aus Unternehmen, die direkt mit der Erschließung des Weltraums in Verbindung stehen. Diese Konzentration auf einen Nischensektor bietet einerseits hohes Renditepotenzial, birgt andererseits aber auch erhöhte Volatilität und Klumpenrisiken.
Für deutsche Privatanleger, die am Weltraumboom teilhaben möchten, bieten diese ETFs eine bequeme Möglichkeit, breit gestreut in den Sektor zu investieren – ohne auf den SpaceX-Börsengang warten zu müssen. Angesichts der fehlenden Profitabilität vieler Einzelwerte sollte jedoch eine sorgfältige Risikoabwägung erfolgen.


