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Weltbörsen auf Rekordjagd: Iran-Gespräche nähren Anlegeroptimismus

Hoffnung auf Wiederaufnahme der Iran-Friedensgespräche treibt globale Aktienmärkte auf neue Rekordhochs – trotz IWF-Warnungen.

Weltbörsen auf Rekordjagd: Iran-Gespräche nähren Anlegeroptimismus

Die globalen Aktienmärkte zeigen sich am Mittwoch in starker Verfassung und peilen neue Rekordhochs an. Auslöser ist eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach die Gespräche zur Beendigung des Iran-Krieges innerhalb der nächsten zwei Tage in Pakistan wieder aufgenommen werden könnten. Eine offizielle Bestätigung aus Teheran steht zwar noch aus, doch das Vertrauen der Anleger bleibt ungebrochen.

Der MSCI All-Country World Index legte um 0,2 Prozent zu und setzte damit seine Gewinnserie am Mittwoch auf den neunten Tag in Folge fort. Die S&P 500 E-Mini-Futures notierten stabil knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten – ein Niveau, das der Kassaindex zuletzt Ende Januar kurzzeitig berührt hatte.

Ölpreise steigen durch Blockade des Seehandels

Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 95,33 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist eine Mitteilung des US-Militärs, wonach die laufende Blockade den Seehandel mit dem Iran vollständig zum Erliegen gebracht habe. Für Anleger und Unternehmen bedeutet dies ein weiteres Unsicherheitselement, das die Energiepreise auf erhöhtem Niveau hält.

Gleichzeitig wägen die Märkte Warnungen des Internationalen Währungsfonds ab. Der IWF hatte am Dienstag seine globalen Wachstumsaussichten gesenkt. Einige Händler warnen zudem vor einer zunehmenden Sorglosigkeit am Markt, die sich in der anhaltenden Kursrally widerspiegeln könnte.

Asien führt die Gewinne an – Europa zurückhaltender

Im asiatischen Handel war von Besorgnis wenig zu spüren. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,5 Prozent. Besonders stark zeigte sich der südkoreanische Kospi mit einem Plus von 3,0 Prozent, der sich damit seinem bisherigen Rekordhoch annäherte. Taiwanesische Aktien legten um 1,9 Prozent zu und markierten neue Allzeithochs.

Der frühe europäische Handel präsentierte sich hingegen skeptischer. Die regionalen Futures gaben um 0,1 Prozent nach, die deutschen DAX-Futures verloren ebenfalls 0,1 Prozent. Lediglich die britischen FTSE-Futures legten leicht um 0,1 Prozent zu.

Die laufende US-Berichtssaison zeichnet derweil ein differenziertes Bild. Der Finanzsektor profitierte von der Volatilität des ersten Quartals und meldete boomende Handelsumsätze. Gleichzeitig äußerten sich die Banken vorsichtig hinsichtlich der Auswirkungen höherer Ölpreise auf ihre Kunden – ein Risikofaktor, der bei anhaltend hohen Energiepreisen an Bedeutung gewinnen könnte.

Fed-Nominierung: Warsh wäre reichster Notenbankchef der Geschichte

Abseits der Marktentwicklungen sorgt die geplante Personalie an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve für Aufmerksamkeit. Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, den Präsident Trump für die Leitung der Notenbank nominiert hat, gab in neuen Finanzoffenlegungen Vermögenswerte im Wert von weit über 100 Millionen US-Dollar an. Im Falle seiner Bestätigung durch den Senat wäre Warsh damit der wohlhabendste Fed-Vorsitzende in der Geschichte der amerikanischen Zentralbank.

Für den weiteren Handelsverlauf am Mittwoch stehen mehrere wichtige Datenpunkte und Unternehmensergebnisse auf der Agenda. Erwartet werden unter anderem Quartalszahlen von ASML Holding, Bank of America und Morgan Stanley. Auf der Makroseite werden der französische Verbraucherpreisindex für März, die Industrieproduktion der Eurozone für Februar sowie die Währungsreserven der Eurozone für März veröffentlicht. Deutschland platziert zudem 26-jährige und 30-jährige Staatsanleihen am Markt.

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