Weltbörsen auf Höchstständen: Märkte warten auf PCE-Inflationsdaten
Anleger verarbeiten widersprüchliche Signale zum US-Iran-Konflikt und halten die Luft an vor den US-Inflationsdaten.

Die Weltbörsen haben neue Höchststände markiert, während sich wichtige Märkte wie der S&P 500, der US-Dollar und Staatsanleihen am Mittwoch weitgehend stabil zeigten. Anleger standen vor einem schwierigen Umfeld: Widersprüchliche Signale zu einem möglichen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sorgten für Unsicherheit, während alle Augen auf die US-Inflationsdaten vom Donnerstag gerichtet sind.
Das iranische Staatsfernsehen hatte eine inoffizielle Absichtserklärung zitiert, die den Rahmen für ein Abkommen skizziert – demnach soll die Straße von Hormus innerhalb eines Monats wieder geöffnet werden. Die USA bezeichneten dies als „völlige Erfindung". Dennoch reagierten die Märkte so, als stünde ein Deal unmittelbar bevor: Der Ölpreis fiel unter die Marke von 100 US-Dollar, und Aktien notierten auf Allzeithochs.
Gemischtes Bild an den Aktienmärkten
Die Entwicklungen an den einzelnen Börsenplätzen zeigten ein uneinheitliches Bild. Südkorea legte um bemerkenswerte 3 Prozent zu und markierte ein neues Allzeithoch, während China rund 1 Prozent verlor. Europa zeigte sich weitgehend unverändert, Großbritannien legte leicht um 0,1 Prozent zu. An der Wall Street markierten der Dow Jones und der Russell 2000 neue Höchststände, während S&P 500 und Nasdaq nahezu unverändert schlossen.
Auf Sektorebene legten im S&P 500 fünf Sektoren zu, sechs gaben nach. Zyklische Konsumgüter stiegen um 1,9 Prozent, während der Energiesektor 1,5 Prozent verlor. Auf Einzeltitelebene stach Zscaler mit einem Einbruch von 31 Prozent negativ hervor, Qualcomm verlor 9 Prozent und JPMorgan Chase gab 2,4 Prozent nach. Auf der Gewinnerseite standen United Airlines mit einem Plus von 6 Prozent und Procter & Gamble mit einem Zuwachs von 3 Prozent.
PCE-Daten im Fokus: Erste Bewährungsprobe für Fed-Chef Warsh
Der entscheidende Termin für die Märkte ist die Veröffentlichung der US-PCE-Inflation für April am Donnerstag. Es handelt sich dabei um den ersten wichtigen Inflationsbericht unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Ökonomen erwarten, dass die jährliche PCE-Gesamtrate auf 3,8 Prozent steigt – ein Niveau, das dem Gesamt-VPI entsprechen würde. Die jährliche Kernrate soll demnach auf 3,3 Prozent ansteigen, was deutlich über der Kern-VPI-Rate von 2,8 Prozent liegt.
Händler bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende derzeit mit 50 zu 50. Die Hoffnung auf eine Beilegung des US-Iran-Konflikts hat die Ölpreise, die Anleiherenditen und die Erwartungen an die Fed zwar gedämpft, doch die Unsicherheit bleibt hoch. PCE-Veröffentlichungen sind stets marktbewegende Ereignisse – diese hat für Warsh und die Fed eine besonders hohe Bedeutung.
Globaler Zinserhöhungsdruck wächst
Auch im internationalen Umfeld mehren sich die Signale für eine restriktivere Geldpolitik. Die Reserve Bank of New Zealand ließ die Zinsen zwar unverändert, doch die knappe Entscheidung gilt als Vorbote baldiger Zinserhöhungen. Australien und Norwegen haben bereits die Zinsen angehoben, Vertreter der Europäischen Zentralbank senden starke restriktive Signale, und auch bei der Fed ist ein Tonwechsel zu beobachten.
In den Schwellenländern schockierte Sri Lanka die Märkte mit einer Erhöhung um 100 Basispunkte, und Brasiliens Lockerungskurs wurde durch hartnäckige Inflationszahlen gebremst. Zentralbanker weltweit hoffen auf ein Ende des US-Iran-Konflikts – bleibt dieser aus, stehen sie vor schwierigen geldpolitischen Entscheidungen.
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Zur AktienanalyseAn den Devisen- und Rohstoffmärkten zeigte sich der Dollar-Index stabil. Der Neuseeland-Dollar legte um 1 Prozent zu und war damit der stärkste Beweger unter den G10-Währungen. Der japanische Yen fiel auf ein 4-Wochen-Tief und kehrte damit in die mögliche Interventionszone zurück. Öl verlor rund 4 Prozent, Gold rutschte auf ein 2-Monats-Tief. Bei den US-Anleihen sanken die Renditen um 1 bis 2 Basispunkte, die Auktion 5-jähriger Anleihen verlief besser als zuvor, verzeichnete jedoch erneut einen sogenannten „Tail" – ein Zeichen für verhaltene Nachfrage.
Ausblick: Diese Ereignisse bewegen die Märkte morgen
Für den Donnerstag stehen neben den PCE-Daten weitere wichtige Termine auf der Agenda:
- Entwicklungen im Nahen Osten
- Zinsentscheidung in Südkorea
- Rede des stellvertretenden Gouverneurs der Bank of Japan, Ryozo Himino
- Geplante Reden von EZB-Vertretern, darunter Präsidentin Christine Lagarde, Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Chefökonom Philip Lane
- Verbraucher- und Geschäftsklima in der Eurozone (Mai)
- US-BIP für das erste Quartal (zweite Schätzung)
- US-Anleiheauktion über 44 Milliarden US-Dollar (7-jährige Laufzeit)
- Reden von Fed-Vize-Vorsitzendem Philip Jefferson und Richmond-Fed-Präsident Thomas Barkin


