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Weizen-Futures uneinheitlich: Schwarzmeer-Angriffe gegen Gewinnmitnahmen

Russische Angriffe auf ukrainische Häfen belasten den Weizenmarkt, während Händler nach neuen Laufzeithochs Gewinne realisieren.

Weizen-Futures uneinheitlich: Schwarzmeer-Angriffe gegen Gewinnmitnahmen

Die Weizen-Futures an der Chicago Board of Trade (CBOT) präsentierten sich am Donnerstag uneinheitlich. Zur Eröffnung wurde eine Handelsspanne zwischen einem Plus von 2 Cent und einem Minus von 5 Cent pro Scheffel erwartet. Zwei gegenläufige Kräfte bestimmten das Marktgeschehen: geopolitische Spannungen im Schwarzmeerraum auf der einen und technische Verkäufe auf der anderen Seite.

Russische Angriffe auf Getreideschiffe sowie die Hafeninfrastruktur im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer schürten erhebliche Sorgen über das weltweite Weizengebot. Laut dem ukrainischen Landwirtschaftsminister haben Schiffseigentümer das Anlaufen ukrainischer Schwarzmeerhäfen für Agrarexporte vorübergehend ausgesetzt. Hintergrund ist die zuletzt deutlich gestiegene Intensität russischer Angriffe auf Häfen und die zivile Handelsschifffahrt.

Die Ukraine zählt zu den wichtigsten Weizenexporteuren der Welt. Ein Ausfall oder eine Unterbrechung der Exportrouten über das Schwarze Meer hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die globale Versorgungslage – und damit auf die Preise an den internationalen Terminmärkten.

Gewinnmitnahmen begrenzen den Kursanstieg

Trotz der angespannten Lage im Schwarzmeerraum blieben die Kursgewinne begrenzt. Händler nutzten die Situation für Gewinnmitnahmen und verkauften aus technischen Gründen, nachdem die meisten Kontrakte zuvor neue Laufzeithochs erreicht hatten. Solche Konsolidierungsphasen nach starken Kursanstiegen sind an Terminmärkten ein typisches Muster.

Zusätzlich lieferten Erntebeobachter in den USA positive Signale. Auf einer jährlichen dreitägigen Tour durch die Anbaugebiete für harten roten Sommerweizen in North Dakota prognostizierten Experten einen durchschnittlichen Ertrag von 48,0 Scheffel pro Acre im Nordwesten und im nördlichen Zentrum des Bundesstaates. Dieser Wert übertrifft sowohl den Vorjahreswert von 47,1 Scheffel als auch den Fünfjahresdurchschnitt der Tour von 43,8 Scheffel – ein klares Zeichen für eine überdurchschnittliche Ernte in dieser Region.

US-Exportdaten im Rahmen der Erwartungen

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) meldete für die am 16. Juli abgelaufene Woche Netto-Exportverkäufe von US-Weizen in Höhe von 290.016 Tonnen. Dieser Wert bewegte sich innerhalb der Marktschätzungen, die zwischen 200.000 und 550.000 Tonnen lagen, und sorgte damit für keine größeren Überraschungen am Markt.

Die Kursentwicklung der einzelnen Kontrakte spiegelte die gemischte Stimmung wider:

  • September-Kontrakt für weichen roten Winterweizen (CBOT): +1,5 Cent auf 7,07-1/4 US-Dollar pro Scheffel
  • September-Kontrakt für harten roten Winterweizen (Kansas City): -1 Cent auf 7,62-1/2 US-Dollar pro Scheffel
  • September-Sommerweizen (Minneapolis): -1,5 Cent auf 7,27-1/2 US-Dollar pro Scheffel

Der Weizenmarkt bleibt damit weiterhin von einem Spannungsfeld geprägt: Geopolitische Risiken im Schwarzmeerraum stützen die Preise, während positive Erntedaten aus den USA und technische Verkäufe nach Hochs dämpfend wirken. Für Anleger und Marktbeobachter bleibt die Entwicklung der Exportrouten aus der Ukraine ein entscheidender Faktor für die weitere Preisentwicklung.

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