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Weißes Haus verlängert Jones-Act-Ausnahme um bis zu 90 Tage

Die US-Regierung will Kraftstoffpreise stabilisieren und ausländischen Schiffen den Zugang zu US-Häfen erleichtern.

Weißes Haus verlängert Jones-Act-Ausnahme um bis zu 90 Tage

Das Weiße Haus plant, bereits am Freitag die bestehende Ausnahmeregelung für den Jones Act um bis zu 90 Tage zu verlängern. Das berichten zwei mit der Entscheidung vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel der Maßnahme ist es, den Druck auf die Kraftstoffpreise infolge des Iran-Konflikts und der Spannungen in der Straße von Hormus abzumildern.

Ein Vertreter des Weißen Hauses bestätigte gegenüber Reuters, dass eine Verlängerung in Erwägung gezogen werde. Angaben zu Dauer und Zeitpunkt einer möglichen offiziellen Bekanntgabe lehnte er jedoch ab.

Was ist der Jones Act?

Der Jones Act ist ein US-amerikanisches Bundesgesetz aus dem Jahr 1920, das den Küstenschifffahrtsverkehr zwischen US-Häfen reguliert. Es schreibt vor, dass Güter, die zwischen amerikanischen Häfen transportiert werden, ausschließlich auf in den USA gebauten Schiffen mit amerikanischer Besatzung befördert werden dürfen. Diese Regelung soll die heimische Schifffahrtsindustrie und amerikanische Arbeitsplätze schützen, wird aber in Krisenzeiten regelmäßig als Hemmnis für eine flexible Energieversorgung kritisiert.

Die nun geplante Verlängerung der Ausnahmeregelung würde vorübergehend diese Bestimmungen lockern. Schiffe unter ausländischer Flagge könnten damit Kraftstoffe und andere wichtige Rohstoffe freier zwischen US-amerikanischen Küstenmärkten bewegen. Die US-Regierung erhofft sich davon eine Entlastung des Energiemarktes, der durch den Krieg und die geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus unter Druck geraten ist.

Trumps bisherige Maßnahmen zur Kraftstoffversorgung

Präsident Trump hatte die Beschränkungen des Jones Act bereits mit Wirkung zum 17. März für zunächst 60 Tage ausgesetzt. Mit dieser Maßnahme wollte er den kriegsbedingten Anstieg der Kraftstoffpreise dämpfen. Konkret sollte mehr Kraftstoff von der US-Golfküste zu anderen Küstenmärkten des Landes transportiert werden können, um regionale Engpässe zu verringern.

Die nun diskutierte Verlängerung um bis zu 90 weitere Tage zeigt, dass die Spannungen am Energiemarkt aus Sicht der US-Regierung noch nicht ausreichend abgeklungen sind. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt – rund 20 Prozent des global gehandelten Erdöls passieren diesen engen Meeresweg zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel. Störungen in dieser Region wirken sich daher unmittelbar auf die globalen Energiepreise aus.

Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung relevant, da Verwerfungen am US-Energiemarkt über die globalen Rohstoffmärkte auch hierzulande Auswirkungen auf Benzin- und Heizölpreise haben können. Die endgültige Entscheidung des Weißen Hauses bleibt abzuwarten.

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