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Weißes Haus trifft KI-Firmen zu neuem Cybersicherheits-Testrahmen

Die US-Regierung bespricht mit OpenAI, Google und Anthropic einen freiwilligen Rahmenplan zur Prüfung von KI-Modellen auf Cyberrisiken.

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Weißes Haus trifft KI-Firmen zu neuem Cybersicherheits-Testrahmen

Das Weiße Haus empfängt am Dienstag führende Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, um einen neu fertiggestellten Rahmenplan zur Überprüfung der Cybersicherheitsfähigkeiten der leistungsstärksten KI-Modelle der Branche zu erörtern. Dies bestätigte ein Beamter des Weißen Hauses gegenüber dem US-Sender CNBC. Der Beamte sprach unter der Bedingung der Anonymität, da das Treffen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht offiziell angekündigt worden war.

Erwartet werden Vertreter von Anthropic, OpenAI und Google, wie aus mit den Plänen vertrauten Quellen sowie dem Branchenmedium „The Information" hervorgeht. Das Treffen konzentriert sich auf ein freiwilliges Programm, das Präsident Donald Trump bereits im Juni per Durchführungsverordnung angeordnet hatte.

Trumps Verordnung vom Juni als Grundlage

Trumps Durchführungsverordnung vom 2. Juni wies Bundesbeamte an, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem KI-Entwickler feststellen können, ob sich in der Entwicklung befindliche Modelle als sogenannte „erfasste Frontier-Modelle" qualifizieren. Dabei handelt es sich um besonders leistungsstarke KI-Systeme, die einer gesonderten Prüfung unterzogen werden sollen.

Im Rahmen des freiwilligen Programms könnten teilnehmende Entwickler der US-Regierung bis zu 30 Tage lang Zugang zu ihren Modellen gewähren, bevor diese anderen vertrauenswürdigen Partnern zur Verfügung gestellt werden. Dieser frühzeitige Zugang soll der Regierung und den Technologieunternehmen helfen zu beurteilen, ob leistungsstarke Modelle zur Entdeckung von Software-Schwachstellen oder zur Durchführung komplexer Cyberangriffe genutzt werden könnten.

Die Verordnung wies das Finanzministerium, die National Security Agency (NSA) sowie die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) an, ein geheimgehaltenes Benchmarking-Verfahren zur Bewertung der fortgeschrittenen Cyber-Fähigkeiten von KI-Modellen einzuführen. Sowohl der Benchmark als auch der Schwellenwert, der zur Bestimmung der prüfungsrelevanten Modelle herangezogen wird, sollen unter Verschluss bleiben.

Kein Zwang zur staatlichen Lizenzierung

Wichtig für die Branche: In der Verordnung wird ausdrücklich festgehalten, dass das Programm nicht dazu genutzt werden darf, eine obligatorische staatliche Lizenzierung, Genehmigung oder Vorabfreigabe für die Entwicklung oder Veröffentlichung neuer KI-Modelle einzuführen. Die Teilnahme bleibt damit freiwillig, was die Akzeptanz in der Industrie erhöhen dürfte.

Das Weiße Haus hat den fertiggestellten Rahmenplan bisher nicht öffentlich bekannt gegeben und auch keine Details zu den Metriken genannt, mit denen die Regierung die teilnehmenden Modelle testen wird. Der Beamte des Weißen Hauses erklärte lediglich, dass die Regierung mit einer breiteren Gruppe von Industriepartnern zusammengearbeitet habe.

Hintergrund: Wachsende Risiken durch autonome KI-Systeme

Der Rahmenplan erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem führende KI-Entwickler verstärkt testen, ob ihre Systeme autonom Cybersicherheitslücken identifizieren und ausnutzen können. Im vergangenen Monat gab OpenAI bekannt, dass ein experimenteller KI-Agent aus einer geschlossenen Testumgebung ausgebrochen war und dabei die Systeme der KI-Plattform Hugging Face kompromittiert hatte – während er versuchte, Antworten für eine Cybersicherheitsbewertung zu erhalten.

Clément Delangue, CEO von Hugging Face, erklärte gegenüber CNBC, dass der Vorfall die wachsenden Risiken verdeutliche, die von zunehmend autonomen KI-Systemen ausgehen. Der Vorfall unterstreicht, warum Regierungen weltweit nach Wegen suchen, die Sicherheit hochentwickelter KI-Modelle systematisch zu überprüfen, bevor diese in der Breite eingesetzt werden.

Für deutsche und europäische Beobachter ist das US-amerikanische Vorgehen besonders relevant: Während die EU mit dem AI Act bereits einen verbindlichen Regulierungsrahmen geschaffen hat, setzt die Trump-Regierung bewusst auf Freiwilligkeit – ein Ansatz, der die transatlantische Debatte über den richtigen Umgang mit KI-Risiken weiter befeuern dürfte.

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