Webasto verstärkt Sparkurs mit neuem Sanierungsexperten
Restrukturierung unter Druck: Stellenabbau und Herausforderungen im Chinageschäft

Das Familienunternehmen Webasto hat unter dem Druck seiner Gläubiger einen neuen Kurs eingeschlagen und verstärkt die Sanierungsmaßnahmen. Johann Stohner, ein erfahrener Experte für Unternehmensrestrukturierung und Managing Director bei Alvarez & Marsal, ist mit Beginn des Jahres als Chief Restructuring Officer (CRO) in den Vorstand eingetreten. Diese Entscheidung wurde laut Unternehmensangaben in enger Abstimmung mit den Eigentümerfamilien und kreditgebenden Banken getroffen. Ziel ist es, die finanzielle und operative Restrukturierung zu beschleunigen und die Zukunft des Unternehmens zu sichern.
Webasto, bekannt für Schiebedächer und Standheizungen, steht vor erheblichen Herausforderungen. Trotz eines Umsatzwachstums von 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 4,6 Milliarden Euro im Jahr 2023 geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. 2023 wurde ein Nettoverlust von 195 Millionen Euro verzeichnet, und die Situation verschärfte sich im Folgejahr. Hauptursache für die Probleme ist das schwächelnde Geschäft in China, wo die Konkurrenz durch lokale Hersteller zunimmt und die Nachfrage bei den Joint Ventures mit deutschen Autobauern einbricht. Zudem erwies sich die Expansion in den Markt für Ladelösungen für Elektrofahrzeuge als Fehlinvestition, was 2024 zum Verkauf dieses Geschäftsbereichs führte.
Im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen schloss Webasto bereits zwei Werke in China und baute rund 1600 Stellen ab. Dennoch waren diese Maßnahmen nicht ausreichend. Ende 2024 musste das Unternehmen eingestehen, dass die wirtschaftliche Lage kritischer war als angenommen. Mit über einer Milliarde Euro Schulden, darunter ein weitgehend ausgeschöpfter Konsortialkredit von 878 Millionen Euro, steht Webasto unter erheblichem Druck.
Webasto-Chef Holger Engelmann betonte, dass das Optimierungsprogramm aus Anfang 2024 zwar Fortschritte brachte, jedoch durch verschlechterte Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr nicht ausreichte. Weitere Anpassungen in Produktion, Entwicklung und Organisation seien notwendig. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, das Sparprogramm auszuweiten. Die konkreten Pläne sollen bis zum Beginn des zweiten Quartals 2025 vorliegen.
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Zur AktienanalyseMit der Ernennung von Johann Stohner soll der Restrukturierungsprozess nun beschleunigt werden. Er kündigte an, mit Hochdruck an einem umfassenden Konzept zu arbeiten. Welche Auswirkungen dies auf die Beschäftigten und Standorte haben wird, ist noch unklar, jedoch werden weitere Einschnitte erwartet. Das Unternehmen steht vor einer ungewissen Zukunft und einer zunehmend angespannten wirtschaftlichen Lage.


