Waymo-Robotaxis ignorieren Schulbusse: US-Behörde ermittelt
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht die Google-Tochter Waymo wegen 19 illegaler Überholvorgänge an haltenden Schulbussen in Austin, Texas. Trotz Software-Updates im Dezember ereigneten sich weitere Vorfälle.

Die Nationale Verkehrssicherheitsbehörde der USA (NTSB) hat eine offizielle Untersuchung gegen Waymo eingeleitet. Der Grund: Seit Beginn des Schuljahres fuhren die selbstfahrenden Taxis der Alphabet-Tochter mindestens 19 Mal illegal an haltenden Schulbussen vorbei. Die Vorfälle ereigneten sich in Austin, Texas, während Schüler ein- oder ausstiegen.
Die Behörde hatte bereits im Oktober erste Ermittlungen aufgenommen. Im Dezember rief Waymo daraufhin mehr als 3.000 Fahrzeuge zurück, um die fehlerhafte Software zu aktualisieren. Doch die Probleme hielten an.
Software-Update löste Problem nicht
Der Unabhängige Schulbezirk Austin berichtete der NTSB, dass sich selbst nach den Software-Updates im November fünf weitere Vorfälle ereigneten. In einem besonders kritischen Fall fuhr ein Waymo-Fahrzeug an einem haltenden Schulbus vorbei, während sich ein Schüler noch auf der Straße befand – nur Momente nachdem dieser die Fahrbahn überquert hatte.
Das Schulsystem forderte Waymo auf, den Betrieb in der Nähe von Schulen während der Bring- und Abholzeiten einzustellen. Das Unternehmen lehnte dies jedoch ab. "Wir können Waymo nicht erlauben, unsere Schüler weiterhin zu gefährden, während das Unternehmen versucht, eine Lösung zu implementieren", schrieb ein Anwalt des Schulbezirks im Dezember.
Waymo verteidigt Sicherheitsbilanz
Waymo betonte in einer Stellungnahme, dass es bei keinem der Vorfälle zu Kollisionen gekommen sei. Das selbstfahrende System "Waymo Driver" bewältige "wöchentlich Tausende von Begegnungen mit Schulbussen in den gesamten Vereinigten Staaten sicher", so das Unternehmen. Man sei "zuversichtlich, dass unsere Sicherheitsleistung im Umfeld von Schulbussen der von menschlichen Fahrern überlegen ist."
Die Untersuchung der NTSB könnte weitreichende Folgen für die Zulassung autonomer Fahrzeuge in den USA haben. Waymo betreibt bereits in mehreren US-Städten kommerzielle Robotaxi-Dienste und gilt als Vorreiter der Branche.
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Der Fall zeigt die Herausforderungen beim Einsatz autonomer Fahrzeuge im realen Straßenverkehr. Besonders in sicherheitskritischen Situationen wie dem Schulbusverkehr müssen die Systeme absolut zuverlässig funktionieren. Die Vorfälle werfen Fragen zur Reife der Technologie auf und könnten die Akzeptanz selbstfahrender Autos beeinflussen.


