Waymo beendet Exklusivvertrag mit Uber in Atlanta und Austin
Ab Januar 2028 startet Waymo eine eigene App in Atlanta und Austin – parallel zur bestehenden Uber-Kooperation.

Uber und Waymo, die Robotaxi-Tochter des Google-Mutterkonzerns Alphabet, beenden ihre Exklusivitätsvereinbarung in Atlanta und Austin (Texas) Anfang 2028. Bislang stellte Waymo seine fahrerlosen Fahrzeuge in beiden Städten ausschließlich über die Uber-App bereit. Das soll sich nun ändern – mit spürbaren Folgen für beide Unternehmen.
Ein Uber-Sprecher teilte dem US-Sender CNBC per E-Mail mit: „Wir wurden von Waymo darüber informiert, dass sie beabsichtigen, die Waymo-App im Januar 2028 in Austin und Atlanta einzuführen, parallel zu ihrer bestehenden Bereitstellung über Uber." Die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen besteht seit rund drei Jahren und ermöglichte Fahrgästen in diesen Märkten fahrerlose Fahrten über eine einzige Plattform.
Waymos wachsende Unabhängigkeit
Die Entwicklung zeigt, wie stark Waymo in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Laut der Unternehmenswebsite sind die Robotaxis mittlerweile in neun weiteren Märkten in den USA im Einsatz, weitere Städte befinden sich in verschiedenen Testphasen. Diese Marktdurchdringung macht Waymo zunehmend unabhängig von exklusiven Vertriebspartnerschaften.
Im vergangenen Jahr schloss Waymo zudem eine Vereinbarung mit dem Fahrdienstvermittler Lyft ab, um Robotaxi-Fahrten in Nashville (Tennessee) auf nicht-exklusiver Basis anzubieten. Das Muster ist klar: Waymo setzt zunehmend auf eigene Kanäle und parallele Partnerschaften, statt sich an einzelne Plattformen zu binden.
Ein Waymo-Sprecher begründete den Schritt mit dem Anspruch, Nutzern mehr Wahlmöglichkeiten zu geben: „Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der Branche und für unsere Vision, die Waymo-App und die Sicherheit unserer Technologie Fahrgästen überall zugänglich zu machen."
Uber verliert Exklusivität – und gewinnt Flexibilität
Für Uber hat die Änderung eine wichtige Kehrseite: Der Fahrdienstvermittler kann nun auch andere autonome Fahrzeuge, die nicht von Waymo stammen, in Atlanta und Austin auf seine Plattform bringen. Bis mindestens Mai 2028 – dem Ende der aktuellen Vertragslaufzeit – bleiben laut Uber hunderte Waymo-Robotaxis weiterhin über die Uber-App verfügbar.
Unabhängig von Waymo hat Uber bereits in Technologie für autonome Fahrzeuge investiert und sich verpflichtet, Fahrzeuge von Partnern wie den Start-ups Waabi, Wayve und Nuro sowie dem Elektroautohersteller Rivian zu kaufen – vorausgesetzt, deren selbstfahrende Autos werden als sicher für den Betrieb ohne menschliche Aufsicht validiert.
Die Nachricht belastete die Uber-Aktie deutlich: Die Papiere fielen nach Bekanntwerden der Meldung um mehr als vier Prozent. Marktbeobachter werten dies als Zeichen dafür, dass Investoren die Exklusivvereinbarung mit Waymo als bedeutenden Wettbewerbsvorteil für Uber eingeschätzt hatten.
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Zur AktienanalyseSpannungen im Hintergrund
Laut einem Bericht der Financial Times vom selben Tag hatte Waymo intern sogar darüber diskutiert, ob man sich aufgrund von Spannungen zwischen den beiden Unternehmen vollständig von Uber trennen solle. Dabei sollen unter anderem gegensätzliche politische Vorschläge, die beide Unternehmen in verschiedenen US-Märkten verfolgen, eine Rolle gespielt haben.
Der Robotaxi-Markt in den USA wird derweil immer wettbewerbsintensiver. Neben Waymo und Uber bieten auch Tesla, die Amazon-Tochter Zoox und weitere Entwickler autonomer Fahrzeuge eigenständige Apps an, mit denen Fahrgäste Robotaxis direkt rufen können. Für deutsche Anleger und Beobachter des Mobilitätssektors verdeutlicht die Entwicklung, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse im autonomen Fahren verschieben – und wie wichtig eigene Plattformen für die langfristige Marktposition werden.


