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Wasserstoff-Lkw: Serienproduktion ab 2030 geplant

Cellcentric setzt auf Pilotfertigung und Infrastruktur trotz wirtschaftlicher Herausforderungen

Wasserstoff-Lkw: Serienproduktion ab 2030 geplant

Der Brennstoffzellenhersteller Cellcentric plant, gegen Ende des Jahrzehnts mit der Serienproduktion von Technologien für emissionsfreie Lkw-Antriebe zu beginnen. Nach aktueller Einschätzung soll die Produktion am Standort Weilheim/Teck um das Jahr 2030 starten. Dies gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Zuvor war es in den vergangenen Jahren zu Verzögerungen gekommen, unter anderem aufgrund notwendiger Grundstücksverkäufe. Erst Ende des letzten Jahres konnte ein Optionsvertrag mit der Stadt für den Kauf des entsprechenden Geländes geschlossen werden.

Cellcentric wurde im Jahr 2021 als Gemeinschaftsunternehmen der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck und Volvo gegründet. Ursprünglich hatten die beiden Konzerne angestrebt, bereits Mitte der 2020er-Jahre Wasserstoff-Lkw in Serie auf den Markt zu bringen. Allerdings hat sich die Entwicklung verzögert. Ein Grund hierfür ist der langsame Fortschritt bei der Produktion von Wasserstoff sowie beim Aufbau der notwendigen Tankstelleninfrastruktur. Eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts zeigt ebenfalls, dass die Entwicklung in diesen Bereichen seit Jahren stagniert.

Die wirtschaftliche Lage der letzten Jahre hat den Fortschritt zusätzlich gebremst. Aufgrund einer schwachen Konjunktur herrscht Flaute auf den Lkw-Märkten, was den finanziellen Spielraum der Hersteller einschränkt. Daher legen Daimler und Volvo aktuell einen stärkeren Fokus auf Elektrolastwagen mit Batterieantrieb. Dennoch hält Cellcentric an seinen Plänen fest und agiert nach eigenen Angaben „mit Augenmaß“. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 560 Mitarbeitende.

Bereits Mitte letzten Jahres nahm Cellcentric in Esslingen eine Pilotfertigung von Brennstoffzellensystemen auf. Diese Systeme gelten als besonders geeignet für den Einsatz auf Langstrecken, da sie gegenüber batteriebasierten Antrieben Vorteile bieten. Daimler präsentierte 2023 einen Prototyp namens „GenH2 Truck“ und testet diesen aktuell gemeinsam mit ausgewählten Kunden. Bis Ende 2026 sollen voraussichtlich 100 Brennstoffzellen-Lkw an Kunden ausgeliefert werden.

In der Europäischen Union treten künftig strengere Vorgaben zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei neuen Lastwagen in Kraft. Bis 2030 sollen die Emissionen im Vergleich zu 2019 um 45 Prozent gesenkt werden, ab 2040 sogar um 90 Prozent. Diese Vorgaben stellen zusätzliche Herausforderungen dar, machen jedoch auch deutlich, wie dringend die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien vorangetrieben werden muss.

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