Washington Post verbrennt über 100 Millionen Dollar und streicht Stellen
Die traditionsreiche US-Zeitung kämpft mit wachsenden Verlusten und kürzt die Belegschaft drastisch um 30 Prozent.

Die Washington Post hat im Jahr 2025 einen Verlust von mehr als 100 Millionen US-Dollar eingefahren. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bereits im Vorjahr 2024 beliefen sich die Verluste auf rund 100 Millionen Dollar, 2023 waren es 77 Millionen Dollar.
Die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten haben das Unternehmen zu einem drastischen Schritt veranlasst: Anfang des Monats kündigte die Post an, ihre Belegschaft um 30 Prozent zu reduzieren. Damit setzt die Zeitung, die für ihre Enthüllungen rund um den Watergate-Skandal und die Pentagon-Papiere weltbekannt wurde, den schmerzhaftesten Stellenabbau ihrer jüngeren Geschichte um.
Sinkende Reichweite und fehlendes Geschäftsmodell
Der Kern des Problems liegt im strukturellen Wandel des Medienmarkts. Rückläufige Online-Zugriffszahlen und veränderte Konsumgewohnheiten bei der Nachrichtennutzung machen es der Post schwer, ein tragfähiges digitales Geschäftsmodell zu etablieren. Das Blatt kämpft damit gegen einen Trend, der viele etablierte Zeitungsverlage weltweit unter Druck setzt.
In einer Mitarbeiterversammlung am Mittwoch, der ersten großen internen Präsentation seit den Entlassungen, sprachen der amtierende CEO und Herausgeber Jeff D'Onofrio sowie Chefredakteur Matt Murray Klartext. Sie beschrieben jahrelange überhöhte Ausgaben und eine sinkende Produktivität als zentrale Ursachen der Krise. Die Botschaft an die verbliebene Belegschaft war deutlich: Der bisherige Kurs war nicht nachhaltig.
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Zur AktienanalyseFür Anleger und Medienbeobachter zeigt der Fall Washington Post, wie stark selbst renommierte Qualitätsmedien unter dem Druck der Digitalisierung leiden. Die Zeitung gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos, der sie 2013 für 250 Millionen Dollar erworben hatte – auch sein Engagement hat die strukturellen Herausforderungen bislang nicht lösen können.

