Warren warnt vor Krypto-Risiken in US-Rentenplänen
US-Senatorin Elizabeth Warren fordert SEC-Chef Paul Atkins zur Stellungnahme auf, wie der Anlegerschutz gewährleistet werden soll, während Kryptowährungen in 401(k)-Altersvorsorgeplänen zugelassen werden.

Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren hat sich mit einem eindringlichen Schreiben an Paul Atkins, den Vorsitzenden der US-Börsenaufsicht SEC, gewandt. Ihr Anliegen: Wie kann die Behörde ihre Aufgabe des Anlegerschutzes erfüllen, während gleichzeitig Kryptowährungen in traditionellen Altersvorsorgeplänen zugelassen werden?
Trumps Krypto-Offensive bei Rentenplänen
Hintergrund ist eine Präsidialanordnung von Donald Trump aus dem August, die den Weg für alternative Anlagen wie Bitcoin und Private-Equity-Fonds in 401(k)-Plänen ebnet. Diese Rentenpläne sind das Rückgrat der Altersvorsorge vieler amerikanischer Arbeitnehmer. Warren befürchtet nun "massive Verluste" für Millionen von Sparern.
Die Senatorin stützt ihre Bedenken auf eine Studie des Government Accountability Office (GAO) von 2024. Diese stellte fest, dass Krypto-Vermögenswerte eine "einzigartig hohe Volatilität" aufweisen und es keinen standardisierten Ansatz zur Prognose künftiger Renditen gibt.
Interessenkonflikte im Fokus
Warren weist auch auf mögliche Interessenkonflikte hin. Sie zitiert eine Schätzung der Denkfabrik Center for American Progress, wonach Trump und seine Familie seit der Wiederwahl im November 2024 finanzielle Gewinne aus Krypto in Höhe von über 1,2 Milliarden Dollar angehäuft haben sollen. Zudem erinnert sie an Trumps frühere Äußerung von 2021, Bitcoin "scheine wie ein Betrug".
Gewerkschaften schlagen Alarm
Warren steht mit ihren Bedenken nicht allein da. Große US-Gewerkschaften wie die American Federation of Teachers und die AFL-CIO haben sich öffentlich gegen die Pläne ausgesprochen. Sie befürchten, dass die geplante Tokenisierung von Finanzprodukten die Regulierungsbefugnisse der SEC einschränken und neue Risiken für Altersvorsorge-Investitionen schaffen könnte.
SEC-Chef Atkins bleibt auf Krypto-Kurs
Die SEC lehnte eine Stellungnahme zu Warrens Schreiben ab. SEC-Chef Atkins hat jedoch bereits mehrfach seine krypto-freundliche Haltung deutlich gemacht. Im August kündigte er an, Amerika zur "Krypto-Hauptstadt der Welt" machen zu wollen. Sein Ansatz unterscheide sich deutlich von dem seines Vorgängers Gary Gensler, der die Branche streng reguliert hatte.
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Zur AktienanalyseAnlegerschutz trotz Innovation
Atkins betonte allerdings auch, dass Innovation und Anlegerschutz vereinbar sein müssten. In einer Rede im November stellte er klar: "Betrug ist Betrug. Wenn Sie Geld einsammeln und dann verschwinden, werden Sie von uns hören." Die SEC werde Verstöße im vollen Umfang des Gesetzes verfolgen.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da US-Regulierungsentscheidungen oft weltweite Auswirkungen auf Kryptomärkte haben. Die Debatte um Krypto in Altersvorsorgeplänen dürfte auch in Europa an Bedeutung gewinnen.


