Warren fordert Lutnick: VAE-Technologiezugang und Trump-Krypto-Investitionen
Senatorin Warren hinterfragt, ob VAE-Investitionen in Trumps Kryptounternehmen die US-Exportkontrollentscheidungen beeinflusst haben.

Senatorin Elizabeth Warren (Demokratin, Massachusetts) hat Handelsminister Howard Lutnick in einem Brief aufgefordert, die Entscheidung der Trump-Regierung zu erklären, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) einen vereinfachten Zugang zu sensiblen US-Technologien zu gewähren. Der Brief wurde exklusiv mit dem Sender CNBC geteilt. Hintergrund ist, dass mit den VAE verbundene Unternehmen zuvor hunderte Millionen US-Dollar in das Kryptowährungsunternehmen der Trump-Familie investiert hatten.
Im Zentrum der Untersuchung steht Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, der nationale Sicherheitsberater der VAE und Vorsitzender des KI-Unternehmens G42 sowie der Investmentfirma MGX. Aufgrund seiner Schlüsselrolle im Geheimdienst der VAE wird er auch als „Spionage-Scheich" bezeichnet. Ihm nahestehende Unternehmen investierten Berichten zufolge 500 Millionen US-Dollar in das mit der Trump-Familie verbundene Unternehmen World Liberty Financial und erhielten dabei Vorstandssitze.
Darüber hinaus nutzte MGX den USD1-Stablecoin von World Liberty, um eine Investition in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar in die Kryptobörse Binance abzuschließen. Warren bezeichnete den zeitlichen Zusammenhang zwischen diesen Investitionen und der nachfolgenden Lockerung der Exportkontrollen als „beunruhigend". Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass die VAE-Investitionen die Entscheidung des Handelsministeriums beeinflusst haben.
Exportkontrollen gelockert – VAE in neue Kategorie eingestuft
Das Handelsministerium hat die VAE im vergangenen Monat in die liberalere Exportkontrollkategorie „Ländergruppe A: 5" aufgenommen. Dies ermöglicht den Versand bestimmter sensibler Produkte unter weitreichenden Ausnahmeregelungen, ohne dass Unternehmen Einzelgenehmigungen einholen müssen. Die Änderung gewährt der VAE-Regierung, G42 und deren Cloud-Tochtergesellschaft Core42 einen vereinfachten Zugang zu bestimmten hochmodernen Computeranlagen.
Das Ministerium erklärte zudem, es werde Lizenzanträge für Halbleiter und Server, die für MGX bestimmt sind, „wohlwollend prüfen". MGX ist auch ein Geldgeber der KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic. Das Handelsministerium begründete die Entscheidung damit, dass die VAE ein wichtiger US-Verteidigungspartner seien und nationale Sicherheitsinteressen der USA unterstützten, einschließlich der sogenannten „Operation Epic Fury" gegen den Iran.
Warren, die ranghöchste Demokratin im Bankenausschuss des Senats, kritisierte, dass das Handelsministerium mit bisheriger Praxis gebrochen habe. Jedes andere Land, das dieselbe vereinfachte Behandlung erhalte, nehme an mindestens einem der vier großen internationalen Exportkontrollabkommen teil – die VAE hingegen nicht.
Sicherheitsbedenken und Fragen an das Ministerium
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Zur Aktienanalyse„Das Vorgehen des Ministeriums wirft erhebliche Fragen über den potenziellen Einfluss auf, den die geschäftlichen Interessen des Präsidenten im Kryptosektor auf die Arbeit der Behörde und unsere nationale Sicherheit haben könnten", schrieb Warren in ihrem Brief. Sie forderte das Handelsministerium auf, seine nationale Sicherheitsanalyse vorzulegen und offenzulegen, ob das Verteidigungs-, Außen- oder Energieministerium Bedenken hinsichtlich einer möglichen Umleitung sensibler US-Technologie nach China oder in den Iran geäußert habe.
Warren fragte zudem, wie das Handelsministerium verhindern wolle, dass kontrollierte Technologie an verbotene Nutzer gelangt, und ob Einheiten, die mit dem chinesischen Militär oder Geheimdiensten in Verbindung stehen, auf die an G42 gelieferten Chips zugreifen könnten. Insgesamt forderte sie Antworten auf sieben Fragenkomplexe.
Die Senatorin verlangte außerdem, dass Handelsminister Lutnick sowie Jeffrey Kessler, der Leiter des Bureau of Industry and Security im Handelsministerium, vor dem Kongress aussagen. Das Handelsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme, auch das Weiße Haus gab keine unmittelbare Reaktion.


