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Warren Buffett pausiert Milliarden-Spende an Gates Foundation wegen Epstein

Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten setzt der 95-jährige Investor seine halbjährliche Spende aus – und wartet eine Untersuchung ab.

Warren Buffett pausiert Milliarden-Spende an Gates Foundation wegen Epstein

Warren Buffett setzt seine regelmäßige Spende an die Gates Foundation aus – und das zum ersten Mal seit rund zwanzig Jahren. Der Vorsitzende von Berkshire Hathaway möchte die Ergebnisse einer laufenden Untersuchung über die Verbindungen der Stiftung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein abwarten, bevor er eine Entscheidung trifft. Das berichten Personen, die mit Buffetts Plänen vertraut sind.

Üblicherweise spendet der 95-jährige Investor jedes Jahr im Juni oder Anfang Juli Berkshire-Hathaway-Aktien im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar an die Gates Foundation. Diese Praxis ist Teil eines „lebenslangen" Versprechens, das Buffett gab, als er engere Verbindungen zur Stiftung knüpfte. In diesem Jahr verschiebt er seine Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt – möglicherweise bis zur Veröffentlichung seines traditionellen Thanksgiving-Briefs, so die Informanten.

Untersuchung durch WilmerHale

Die Gates Foundation hat die renommierte Anwaltskanzlei WilmerHale damit beauftragt, die Verbindungen der Stiftung zu Jeffrey Epstein zu prüfen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden für den Sommer erwartet. Epstein, der 2019 in Untersuchungshaft verstarb, war wegen Sexualdelikten verurteilt worden und hatte weitreichende Kontakte in Wirtschaft und Gesellschaft gepflegt.

Buffett und sein enges Umfeld stehen laut den Informanten in Kontakt mit der Stiftungsführung, darunter CEO Mark Suzman, um mehr über die Epstein-Verbindungen und den Stand der Untersuchung zu erfahren. Der Investor selbst lehnte eine Stellungnahme gegenüber dem Wall Street Journal ab. Vertreter der Gates Foundation reagierten zunächst nicht auf Anfragen für einen Kommentar.

Bedeutung für die Gates Foundation

Die Gates Foundation zählt zu den größten privaten Stiftungen der Welt und finanziert globale Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Armutsbekämpfung. Buffetts regelmäßige Aktienspenden an die Stiftung gehören zu den größten philanthropischen Transfers in der Geschichte. Seit er 2006 sein Versprechen öffentlich machte, hat er der Stiftung über die Jahre Berkshire-Aktien im Gesamtwert von Dutzenden Milliarden Dollar übertragen.

Die Entscheidung, die Spende vorerst auszusetzen, ist ein ungewöhnliches Signal des sonst für seine Verlässlichkeit bekannten Investors. Sie unterstreicht, wie ernst Buffett die laufende Prüfung nimmt. Für deutsche Anleger, die Berkshire Hathaway im Depot halten, hat die Nachricht keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen – sie beleuchtet jedoch die zunehmende Bedeutung von Governance und Reputation auch im philanthropischen Bereich.

Die Berkshire-Hathaway-Aktie der Klasse B notierte zuletzt mit einem leichten Minus von 0,53 Prozent. Ob und wann Buffett seine Spende wieder aufnimmt, dürfte maßgeblich von den Ergebnissen der WilmerHale-Untersuchung abhängen.

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