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Warnstreik in Dönerspieß-Fabrik bei Ludwigsburg

Gewerkschaft fordert Tarifvertrag und einheitliches Gehaltssystem für 115 Beschäftigte

 Warnstreik in Dönerspieß-Fabrik bei Ludwigsburg

In der Dönerspieß-Fabrik der Firma Birtat in Murr bei Ludwigsburg hat ein Warnstreik begonnen. Aufgerufen dazu hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die derzeit mit dem Unternehmen über eine tarifliche Regelung der Gehälter verhandelt. Der Betrieb beliefert europaweit Imbisse und Restaurants mit Dönerspießen. Ziel des Warnstreiks sei es, den laufenden Gesprächen über eine geregelte Bezahlung neuen Schwung zu verleihen.

Nach Angaben der Gewerkschaft arbeiten rund 115 Beschäftigte in der Fabrik. Diese sollen künftig nach einem transparenten Entgeltsystem bezahlt werden. NGG-Verhandlungsführerin Magdalena Krüger erklärte, bislang sei die Vergütung nicht nachvollziehbar geregelt. Die Höhe des Gehalts richte sich derzeit offenbar nach persönlichen Beziehungen oder dem individuellen Verhandlungsgeschick, was als willkürlich und ungerecht empfunden werde.

Die Stilllegung der Produktion sei zunächst nur für wenige Stunden vorgesehen gewesen. Doch nach zwei bislang erfolglosen Verhandlungsrunden sei die Unzufriedenheit in der Belegschaft gewachsen. Die Bereitschaft, für bessere Bedingungen zu kämpfen, sei laut Krüger deutlich spürbar. Erst im vergangenen Jahr war in dem Betrieb ein Betriebsrat gegründet worden.

Die Gewerkschaft fordert ein Einstiegsgehalt von 3.000 Euro und eine faire sowie transparente Lohnstruktur. Ein entsprechender Tarifvertrag in dieser Branche wäre laut NGG bundesweit einmalig und hätte Pilotcharakter. Wie viele Menschen insgesamt in der fleischverarbeitenden Industrie beschäftigt sind, konnte die Gewerkschaft nicht genau beziffern. Die Verhandlungen sollen am 27. Mai fortgeführt werden.

Die Firma Birtat ist nach Angaben der NGG der größte Hersteller von Dönerspießen in Baden-Württemberg und gehört zum Unternehmen Meat World SE. In der Fabrik werden Fleischsorten wie Kalb, Hähnchen und Rind zu Dönerspießen verarbeitet, schockgefrostet und europaweit ausgeliefert. Auf ihrer Website gibt das Unternehmen an, mehrere Tausend Restaurants in ganz Europa mit seinen Produkten zu versorgen. Monatlich würden dadurch über 13 Millionen Menschen erreicht. Vor dem Warnstreik war das Unternehmen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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