Warnstreik bei Atruvia: Forderungen und Proteste der IT-Beschäftigten
Harte Verhandlungen um Gehälter und Tarifvertrag bei zentralem IT-Dienstleister der Volksbanken

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat erneut zum Warnstreik aufgerufen, diesmal bei Atruvia, dem IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken. Der Ausstand begann am Donnerstagmorgen und erstreckt sich über zwei Tage, wobei bereits rund 1000 Beschäftigte laut Verdi an den Streiks teilgenommen haben. Im Zentrum des Konflikts steht die Verhandlung eines neuen Haustarifvertrags, über den seit dem Auslaufen des letzten Tarifvertrags Ende September verhandelt wird.
Verdi-Verhandlungsführer Kevin Voß äußerte die Unzufriedenheit der Gewerkschaft mit dem Angebot der Arbeitgeberseite. Dieses Angebot, so Voß, berücksichtige weder die Inflation noch die Preissteigerungen ausreichend und würde massive Reallohnsenkungen für die Beschäftigten bedeuten. Infolgedessen sieht Verdi keine andere Möglichkeit als weitere Warnstreiks, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Die Hauptforderung der Gewerkschaft Verdi besteht darin, die Gehälter und Ausbildungsvergütungen der rund 5200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Atruvia um 10,5 Prozent zu erhöhen, wobei eine Mindeststeigerung von 450 Euro gefordert wird. Darüber hinaus verlangt Verdi die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3000 Euro.
Bisher gab es vier Verhandlungsrunden, jedoch wurden keine Einigungen erzielt. Die Eskalation des Konflikts zeigt sich in den bereits stattgefundenen Warnstreiks im November, an denen 600 bis 700 Beschäftigte teilnahmen. Der erneute Warnstreik, der jetzt im Dezember stattfindet, setzt Atruvia, den zentralen IT-Dienstleister für rund 700 Volks- und Raiffeisenbanken sowie einige Privatbanken, unter Druck. Atruvia organisiert wichtige Online- und Smartphonebanking-Dienstleistungen für diese Banken und hat Niederlassungen in Karlsruhe, Münster, München und Berlin.
Atruvia selbst betont, dass die Diskussionen hauptsächlich um die Laufzeit des neuen Tarifvertrags und das Gesamtvolumen drehen. Das Unternehmen bietet eine Inflationsprämie von 3000 Euro sowie eine Gehaltserhöhung mit einem Sockelbetrag und einer prozentualen Steigerung in zwei Stufen bis Ende 2025 an. Diese Maßnahmen würden im Durchschnitt zu einer Gehaltserhöhung von zehn Prozent für alle Tarifgruppen führen.
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Zur AktienanalyseUm die Auswirkungen des Streiks auf die Kunden so gering wie möglich zu halten, hat Atruvia präventive Maßnahmen ergriffen. Trotzdem sind Streiks bei Atruvia bisher eher selten vorgekommen, und der jetzige Ausstand zeigt die zunehmende Spannung in den Verhandlungen über den Tarifvertrag. In der Vergangenheit kam es lediglich während der Verhandlungen für den letzten Tarifvertrag zu einem eintägigen Streik, wie Kevin Voß von Verdi betonte.


