Warner Bros. Discovery: Streaming-Umsatz steigt 10% vor Paramount-Fusion
HBO Max treibt rekordverdächtiges Wachstum an – doch der Gesamtumsatz enttäuscht die Wall Street deutlich.

Warner Bros. Discovery (WBD) hat im zweiten Quartal ein starkes Wachstum im Streaming-Segment vermeldet. Der Umsatz des Streaming-Bereichs, getragen von HBO Max, stieg um 10% gegenüber dem Vorjahr auf über 3 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA im Streaming-Segment überstieg dabei die Marke von 500 Millionen US-Dollar.
WBD-Chef David Zaslav erklärte, das Unternehmen habe es „geschafft, HBO Max zu einem höchst wertvollen globalen Streaming-Dienst zu machen". Als Wachstumstreiber nannte das Unternehmen die Expansion in neue Märkte sowie ein starkes Content-Angebot mit populären Serien wie „Euphoria", „House of the Dragon" und „The Pitt". Für die zweite Jahreshälfte zeigte sich WBD optimistisch und verwies auf kommende Highlights wie „Harry Potter" und „Gilded Age".
Gesamtumsatz verfehlt Wall-Street-Erwartungen
Trotz der positiven Streaming-Zahlen blieb der Konzern beim Gesamtumsatz hinter den Erwartungen zurück. WBD erzielte im zweiten Quartal einen Gesamtumsatz von 8,72 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang von 11% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG mit 9,29 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Beim Nettogewinn zeigte sich ein noch deutlicherer Einbruch: WBD wies einen dem Unternehmen zurechenbaren Nettogewinn von 149 Millionen US-Dollar bzw. 6 Cent pro Aktie aus. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser noch bei 1,58 Milliarden US-Dollar bzw. 63 Cent pro Aktie gelegen. Das Unternehmen begründete diesen drastischen Rückgang mit Anpassungen des Wertes immaterieller Vermögenswerte vor der Übernahme sowie mit Restrukturierungskosten. Das bereinigte EBITDA für das Gesamtquartal belief sich auf 1,88 Milliarden US-Dollar, nach 1,95 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.
Auch beim Nachrichtensender CNN vermeldete Zaslav positive Entwicklungen: Die linearen Zuschauerzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 24%, während die auf allen CNN-Plattformen verbrachten Minuten um 19% zunahmen.
Geplante Fusion mit Paramount unter Druck
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Zur AktienanalyseDie Quartalsergebnisse wurden im Schatten der geplanten Fusion mit Paramount Skydance veröffentlicht, die zunehmend unter regulatorischem Druck steht. Paramount-CEO David Ellison hatte im Mai angekündigt, HBO Max und Paramount+ im Zuge der Übernahme zu einem einzigen Streaming-Dienst zusammenzuführen. Ellison betonte dabei, die Marke HBO nicht antasten zu wollen – „HBO sollte HBO bleiben", so der Paramount-Chef.
Das Fusionsvorhaben wurde jedoch durch eine Klage von Generalstaatsanwälten mehrerer US-Bundesstaaten gestoppt. Der Prozess soll im März vor Gericht gehen. Kritiker aus der Politik hatten das Zusammenschlusskonzept frühzeitig als wettbewerbswidrig eingestuft. Sowohl Paramount als auch WBD argumentieren hingegen, dass sie die nötige Größe benötigen, um mit den großen Branchenriesen konkurrieren zu können – ein Argument, das im hart umkämpften Streaming-Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt.


