Walmart-Zahlen und Rohstoff-Rally: Finanzmärkte vor bewegter Woche
Einzelhandelsgigant liefert wichtige Konjunktursignale, während Bergbaukonzerne von Metallpreisrekorden profitieren könnten

Die globalen Finanzmärkte stehen vor einer ereignisreichen Woche, während große Teile Asiens das Mondneujahrsfest begehen. Im Fokus stehen die Quartalszahlen des US-Einzelhandelsriesen Walmart, die Ergebnisse führender europäischer Bergbaukonzerne sowie wichtige Wirtschaftsdaten aus Großbritannien und den USA.
Walmart wird am Donnerstag seine Quartalsergebnisse vorlegen – kurz nachdem das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar überschritten hat. Die Zahlen gelten als wichtiger Gradmesser für die Konsumlaune amerikanischer Verbraucher, nachdem die US-Einzelhandelsumsätze im Dezember überraschend stagnierten. Der Bericht bildet den Auftakt für eine Reihe von Veröffentlichungen anderer Einzelhändler wie Home Depot, Lowe's und Target in den kommenden Wochen.
Trotz gemischter Wirtschaftssignale zeigte sich der US-Arbeitsmarkt im Januar robust. Dies dämpfte Sorgen vor einer konjunkturellen Abschwächung, könnte aber die Konsumausgaben zu Beginn 2026 auf einen langsameren Wachstumspfad führen. Neben den Walmart-Zahlen stehen wichtige Wirtschaftsindikatoren an: die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal, eine Umfrage zum Verbrauchervertrauen sowie der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben – ein zentrales Inflationsmaß.
Bergbaukonzerne profitieren von Metallpreisrekorden
Europas vier größte Bergbauunternehmen – Rio Tinto, Glencore, Anglo American und Antofagasta – legen ebenfalls ihre Ergebnisse vor. Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein: Kupfer, Gold, Silber und andere Edelmetalle erreichten kürzlich Rekordwerte, auch wenn die Rallye im Februar etwas ins Stocken geriet.
Die Nachfrage nach Metallen bleibt stark. Rechenzentren und die für künstliche Intelligenz notwendige Netzinfrastruktur benötigen große Mengen Kupfer. Politische Unsicherheit in den USA und Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve trieben Gold- und Silberpreise in die Höhe. Der Marktwert der vier Bergbaukonzerne stieg seit Jahresbeginn um mehr als 65 Milliarden US-Dollar – trotz der gescheiterten Fusion zwischen Glencore und Rio Tinto.
Die weltweiten Einkaufsmanagerindizes für Februar dürften von Anlegern besonders genau analysiert werden. Im Januar zeigten die Umfragen in den meisten großen Volkswirtschaften eine Belebung, wobei der Dienstleistungssektor an Dynamik gewann, während das verarbeitende Gewerbe weiterhin schwächelte. Die Subindizes zu Auftragseingängen, Beschäftigung und Preisgestaltung geben Aufschluss darüber, wie sich Unternehmen auf die kommenden Monate vorbereiten.
Britischer Arbeitsmarkt und Inflation im Blick
In Großbritannien richten sich die Blicke auf Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten, während die Märkte noch immer die jüngsten politischen Turbulenzen um Premierminister Keir Starmer verarbeiten. Die am Dienstag anstehenden Arbeitsmarktzahlen werden zeigen, ob sich die allmähliche Abkühlung des Lohnwachstums fortgesetzt hat – ein Aspekt, den die Bank of England genau beobachtet.
Die Inflationsdaten für Januar werden am Mittwoch veröffentlicht. Im Dezember stieg die Teuerungsrate auf 3,4 Prozent – der höchste Wert innerhalb der G7-Staaten, auch wenn dieser deutlich unter dem Höchststand von über 11 Prozent aus dem Jahr 2022 liegt. Niedrigere Energiepreise ab April sollten die Inflation näher an das Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank bringen, doch ein Großteil der Verlangsamung beruht auf Einmaleffekten. Am Freitag steht zudem die Überprüfung des britischen Ratings durch die Agentur Fitch an.
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Zur AktienanalyseIndonesien vor kritischer Zinsentscheidung
Die Bank Indonesia trifft am Donnerstag eine geldpolitische Entscheidung, die von den Märkten mit Spannung erwartet wird. Nachdem der Indexanbieter MSCI im vergangenen Monat mit einer Herabstufung auf den Status eines Grenzmarktes drohte, verlor der indonesische Markt 80 Milliarden US-Dollar an Wert – der schlimmste Einbruch seit der asiatischen Finanzkrise 1998. Kurz darauf senkte Moody's den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes.
Die Zentralbank könnte ihren Lockerungszyklus wieder aufnehmen, nachdem sie die Zinssätze zwischen September 2024 und September 2025 bereits um insgesamt 150 Basispunkte gesenkt hatte. In Neuseeland gibt die Reserve Bank am Mittwoch ihre erste geldpolitische Entscheidung unter der neuen Gouverneurin Anna Breman bekannt, die im Dezember von der schwedischen Riksbank kam. Es wird erwartet, dass Breman die Zinsen zunächst unverändert lässt, doch die wirtschaftliche Erholung verläuft so schnell, dass der nächste Schritt voraussichtlich eine Zinsanhebung sein wird – möglicherweise bereits im September.


