Walmart Q4-Zahlen: Einzelhandelsriese unter Beobachtung vor CEO-Wechsel
Quartalsbericht gibt Aufschluss über Weihnachtsgeschäft und Strategie unter neuem CEO John Furner.

Walmart legt am Donnerstagmorgen seine Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal vor. Die Zahlen des weltgrößten Einzelhändlers werden mit besonderer Spannung erwartet, da das Unternehmen unter neuer Führung steht und seine digitale Transformation vorantreibt. Wall-Street-Analysten, befragt von LSEG, rechnen mit einem Umsatzwachstum und soliden Gewinnen.
Das Unternehmen aus Bentonville hatte im November eine Prognose für das Gesamtjahr abgegeben: Der Nettoumsatz soll zwischen 4,8 und 5,1 Prozent steigen, der bereinigte Gewinn je Aktie wird in einer Spanne von 2,58 bis 2,63 US-Dollar erwartet. Investoren warten nicht nur auf die Bilanz des wichtigen Weihnachtsgeschäfts, sondern auch auf konkrete Aussagen zur Strategie für das kommende Jahr.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem neuen CEO John Furner, der am 1. Februar die Nachfolge von Doug McMillon angetreten hat. Der langjährige Walmart-Veteran und frühere Chef der US-Sparte muss zeigen, wie er das Unternehmen in einem zunehmend digitalen Marktumfeld positionieren will. Analysten erwarten, dass er den von McMillon eingeschlagenen Kurs fortsetzt: Ausbau des Online-Geschäfts, Gewinnung einkommensstarker Kunden und Stärkung margenstarker Geschäftsbereiche wie dem Marktplatz für Drittanbieter und dem Werbegeschäft.
Wichtiger Gradmesser für US-Konsum
Als größter Einzelhändler der USA liefert Walmart eine wichtige Momentaufnahme des amerikanischen Konsumverhaltens. Die Zahlen bilden den Auftakt zu einer Reihe von Quartalsberichten großer Einzelhändler wie Home Depot und Target. Analysten sehen positive Signale für die kommenden Monate: Die Steuersenkungen aus dem Steuer- und Ausgabengesetz von Präsident Donald Trump könnten zusätzliche Kaufkraft freisetzen, insbesondere bei Verbrauchern mit mittlerem Einkommen.
Allerdings droht Walmart ein symbolischer Rückschlag: Das Unternehmen dürfte am Donnerstag seinen Status als umsatzstärkster Einzelhändler auf Jahresbasis an Amazon verlieren. Der Online-Gigant hat Walmart bereits beim Quartalsumsatz überholt und ist auf dem besten Weg, auch auf Jahresbasis vorbeizuziehen. Allerdings stammt ein erheblicher Teil von Amazons Umsatz aus Cloud-Computing, Werbung und Verkäuferdienstleistungen – nicht nur aus dem Einzelhandel.
Starke Kursentwicklung und Nasdaq-Wechsel
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Zur AktienanalyseTrotz der wachsenden Konkurrenz hat Walmart zuletzt wichtige Meilensteine erreicht. Im Dezember wechselte die Aktie an die technologieorientierte Nasdaq-Börse, Anfang Februar überschritt die Marktkapitalisierung erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar. Die Aktie legte im vergangenen Jahr um rund 22 Prozent zu und kletterte seit Jahresbeginn um weitere 14 Prozent. Damit übertraf Walmart deutlich die Entwicklung des S&P 500, der im gleichen Zeitraum nur 12 Prozent beziehungsweise weniger als ein Prozent zulegte.
Investoren werden besonders auf die Aussagen zur künstlichen Intelligenz achten. Walmart setzt zunehmend auf KI-gestützte Lösungen in der Logistik, im Kundenservice und bei der Personalisierung des Einkaufserlebnisses. Wie weit das Unternehmen hier bereits fortgeschritten ist und welche Investitionen geplant sind, dürfte ein zentrales Thema der Analystenkonferenz werden.


