Walmart liefert Subway-Gerichte in 30 Minuten nach Hause
Der US-Einzelhandelsriese weitet seinen Expresslieferdienst auf rund 1.400 Subway-Standorte in seinen Filialen aus.

Walmart baut seinen Schnelllieferdienst massiv aus: Der US-Einzelhandelsriese plant, die 30-Minuten-Lieferoption für Subway-Gerichte bis zum Spätsommer auf rund 1.400 Standorte auszuweiten. Subway ist der größte Restaurant-Mieter innerhalb der Walmart-Filialen und bereits seit 2004 in den sogenannten Supercenters des Konzerns vertreten. Der Dienst ist derzeit bereits in einigen US-Bundesstaaten verfügbar.
Hinter dem Schritt steckt eine klare strategische Absicht. „Subway ist ein hervorragender Ausgangspunkt – aber für uns ist es natürlich wichtig sicherzustellen, dass jeder Mieterstandort für unsere Kunden die Möglichkeit bietet, Lieferungen per Express zu erhalten", sagte Tracy Poulliot, Walmarts Executive Vice President für E-Commerce und Marketing in den USA, am Rande der jährlichen „Associates Week". Die Aussage deutet darauf hin, dass Subway erst der Anfang einer umfassenderen Strategie sein könnte, die künftig weitere Restaurantmieter einschließen soll.
Wettlauf mit Amazon im Liefergeschäft
Walmart befindet sich in einem intensiven Wettbewerb mit dem E-Commerce-Riesen Amazon um die Vorherrschaft im Liefergeschäft. Um mit der steigenden Nachfrage – insbesondere wohlhabenderer Kunden – Schritt zu halten, testet der Konzern Drohnen-Lieferungen und setzt auf KI-gestützte Technologie zur Modernisierung der Bestandsverwaltung. Das Unternehmen nutzt dabei sein Netz von mehr als 4.600 Filialen als Logistikzentren für die Abwicklung von Online-Bestellungen.
Anfang des Jahres hatte Walmart seine 30-Minuten-Lieferoption für Lebensmittel und andere Artikel bereits auf rund 33 Städte ausgeweitet. Führungskräfte bezeichneten dieses Segment im Mai als das am schnellsten wachsende Angebot des Konzerns – ein klares Zeichen dafür, dass Verbraucher zunehmend Wert auf Bequemlichkeit legen. Die Umsätze aus filialgestützten Lieferungen haben sich laut Finanzvorstand John David Rainey in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt.
Zweigeteilte US-Wirtschaft als Herausforderung
Der Ausbau des Premiumangebots erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmend gespaltenen US-Wirtschaft. Haushalte mit geringerem Einkommen – einst die Kernzielgruppe von Walmart – drosseln ihre Ausgaben auf breiter Front. Der Konzern reagiert darauf, indem er verstärkt wohlhabendere Kundensegmente anspricht, die bereit sind, für Schnelligkeit und Komfort mehr zu bezahlen.
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Zur AktienanalyseNeben Subway sind auch andere bekannte Fast-Food-Ketten in Walmart-Filialen präsent, darunter Taco Bell, McDonald's und Wendy's sowie mehrere regionale Anbieter wie Auntie Anne's. Ob und wann auch diese Marken in den Expresslieferdienst einbezogen werden, ließ Walmart bislang offen. Die Ausweitung auf Subway-Standorte dürfte jedoch als Pilotprojekt für eine breitere Rollout-Strategie dienen.
Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Einzelhandels ist die Entwicklung ein weiteres Indiz dafür, wie stark sich der stationäre Handel in Richtung integrierter Liefer- und Serviceplattformen wandelt. Walmart zeigt, dass physische Filialen kein Auslaufmodell sind – sondern als Logistikdrehscheiben im E-Commerce-Zeitalter neu definiert werden.


