Walmart durchbricht Billionen-Marke: Neue Ära unter CEO Furner
Einzelhandelsriese erreicht als erster Retailer einen Marktwert von 1 Billion Dollar und setzt auf KI-Strategie.

Walmart hat als erster Einzelhändler weltweit die Marke von einer Billion Dollar Marktwert überschritten. Mit einem Kursplus von 24 Prozent im vergangenen Jahr lässt der US-Konzern selbst etablierte Lebensmittelhersteller weit hinter sich, die mit der Kaufzurückhaltung der Verbraucher kämpfen.
Der neue CEO Doug McMillon übernahm Anfang Februar die Führung des Unternehmens und wird in dieser Woche erstmals die Quartalszahlen präsentieren. Für das vierte Quartal erwarten Analysten einen Umsatz von 190,43 Milliarden Dollar. Die Aktie notiert nahe ihrer Allzeithochs mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 45 – deutlich höher als bei den meisten Wettbewerbern.
"Historisch gesehen neigt das Management dazu, bei der ersten Prognose für das Jahr konservativ zu sein", erklärt Greg Melich, Analyst bei Evercore ISI. Die Messlatte liegt hoch, doch Walmart hat in den vergangenen zehn Quartalen kontinuierlich seine Margen gesteigert.
Strategischer Kurswechsel mit KI-Fokus
Mit der Ernennung von David Guggina, einem ehemaligen Amazon-Manager, zum President und CEO von Walmart U.S. signalisiert der Konzern einen strategischen Wandel. "Dies ist keine traditionelle Ernennung, wie sie das alte Walmart vorgenommen hätte", betont UBS-Analyst Michael Lasser. Der Einzelhändler agiere heute mit einer völlig anderen Mentalität.
Die neue Strategie setzt massiv auf künstliche Intelligenz im Wettbewerb mit Amazon, Costco und Aldi. Walmart kooperiert mit OpenAI, um Kunden den Einkauf über ChatGPT zu ermöglichen. Zudem optimiert KI Lieferzeiten, Empfehlungsalgorithmen und das gesamte Kundenerlebnis – mit messbarem Erfolg im Online-Handel.
In den vergangenen fünf Jahren hat Walmart seinen Online-Marktplatz auf über eine halbe Milliarde Artikel erweitert, die Einstunden-Lieferung eingeführt und mit Walmart+ eine Alternative zu Amazon Prime geschaffen. Das Werbegeschäft generiert mittlerweile vier Milliarden Dollar Umsatz.
Wohlhabende Kunden treiben Wachstum
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Zur AktienanalyseDas attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis zieht zunehmend auch Haushalte mit höherem Einkommen an. Führungskräfte berichten, dass wohlhabendere Käufer einen Großteil des jüngsten Umsatzwachstums in den USA getragen haben. Die einkommensschwächere Kernkundschaft spürt hingegen den finanziellen Druck – ein Trend, den auch Konzerne wie Kraft Heinz und General Mills beobachten.
Die Kundenfrequenz in den Walmart-Filialen stieg im vierten Quartal um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Dynamik beschleunigte sich laut Placer.ai im Januar 2026 weiter. Seit dem Erreichen der Billionen-Marke am 3. Februar haben mindestens neun Wall-Street-Brokerhäuser ihre Kursziele angehoben.
"Wir haben viel über den K-förmigen Konsumverlauf gehört, aber bei Walmart ist dies noch ausgeprägter", sagt Sarah Henry, Portfoliomanagerin bei Logan Capital Management. "Diese einkommensstärkeren Verbraucher haben eine höhere Affinität zur Technologie. Das hat Kunden angezogen, die früher nicht in Erwägung gezogen hätten, bei Walmart einzukaufen."


