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Wall Street uneinheitlich: Chips schwächeln, Arbeitsmarkt enttäuscht

Halbleiterwerte belasten den Nasdaq, während schwache US-Jobdaten die Zinserhöhungserwartungen der Fed deutlich dämpfen.

Wall Street uneinheitlich: Chips schwächeln, Arbeitsmarkt enttäuscht

Die Wall Street zeigte sich am Donnerstag gespalten. Schwäche im Halbleitersektor drückte auf den Nasdaq, während ein enttäuschender Arbeitsmarktbericht den Dollar belastete und die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve deutlich zurückschraubte. Die US-Märkte bleiben am Freitag, den 3. Juli, wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen – die Handelswoche war damit feiertagsbedingt verkürzt.

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens stand der US-Arbeitsmarktbericht für Juni: Die amerikanische Wirtschaft schuf lediglich 57.000 neue Stellen – ein deutlich schwächerer Wert als von Analysten erwartet. Die Arbeitslosenquote sank zwar auf 4,2 Prozent, jedoch ging gleichzeitig die Erwerbsquote zurück, was den Rückgang relativiert. Fed-Entscheidungsträger sehen nach diesen Daten weniger Anlass für Zinserhöhungen.

Sektoren und Märkte im Überblick

Trotz der gemischten Stimmung am Donnerstag verzeichneten alle drei großen US-Aktienindizes auf Wochensicht Gewinne. Auch der europäische STOXX-Index schloss auf einem Rekordschlusshoch. Innerhalb des S&P 500 war das Gesundheitswesen der stärkste Sektor, während der Technologiesektor – belastet durch die schwachen Chip-Werte – das Schlusslicht bildete.

Am Devisenmarkt gab der US-Dollar nach den schwachen Arbeitsmarktdaten spürbar nach. Der japanische Yen legte im Gegenzug kräftig zu. Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken ebenfalls, da Investoren ihre Erwartungen an künftige Zinsschritte der Fed nach unten anpassten.

Bei den Rohstoffen schlossen die Frontmonats-Kontrakte für das US-Rohöl WTI mit einem Plus von 0,2 Prozent, Brent-Rohöl legte um 0,3 Prozent zu. Besonders auffällig war der Goldpreis, der um mehr als 2 Prozent zulegte – ein klassisches Zeichen für erhöhte Risikoaversion und sinkende Zinserwartungen.

Unternehmensseite: Tesla mit Rekord, Rivian hebt Prognose an

Auf Unternehmensebene sorgte Tesla für positive Schlagzeilen: Der Elektroautobauer meldete Rekordauslieferungen für das zweite Quartal. Eine Erholung der europäischen Nachfrage glich dabei die Schwäche auf dem nordamerikanischen Markt aus. Tesla-Rivale Rivian hob zudem seine Auslieferungsprognose für das Jahr 2026 an, was den Aktienkurs des Unternehmens kräftig steigen ließ.

Auf der Makroseite belasteten auch die US-Auftragseingänge in der Industrie: Sie sanken im Mai, belastet durch einen Rückgang bei Verkehrsflugzeugen. Dies unterstreicht das insgesamt vorsichtige Bild der US-Konjunktur.

Geopolitische Lage bleibt angespannt

Das geopolitische Umfeld blieb ein wichtiger Faktor für die Märkte. Russland startete einen der größten Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew im bisherigen Kriegsverlauf. Gleichzeitig schlossen Delegierte der USA und des Irans Gespräche in Doha ab, bei denen das Einfrieren iranischer Vermögenswerte und der Verkehr in der Straße von Hormus erörtert wurden.

Im Iran bereiteten sich die regierenden Geistlichen auf tagelange Massentrauerfeiern für Ayatollah Ali Khamenei vor, der während israelischer und US-amerikanischer Angriffe getötet worden war. Die Trauerfeierlichkeiten sollen am Wochenende in Teheran beginnen, für die folgende Woche sind landesweite Massenprozessionen geplant. Die Organisatoren streben an, Millionen von Anhängern zu mobilisieren.

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