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Wall Street startet nahe Rekordhoch trotz US-Iran-Spannungen

KI-Optimismus rund um Nvidia federt geopolitische Risiken ab, während Öl nach gegenseitigen Angriffen um drei Prozent anzieht.

Wall Street startet nahe Rekordhoch trotz US-Iran-Spannungen

Die Wall Street hat am Montag nahe ihren Rekordhochs eröffnet. Anleger wogen dabei die jüngsten Fortschritte von Nvidia im Bereich der künstlichen Intelligenz gegen wachsende Zweifel an einem baldigen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ab.

Der Dow Jones Industrial Average legte zur Eröffnung um 128,6 Punkte oder 0,25 Prozent auf 51.161,1 Zähler zu. Der S&P 500 gewann zu Handelsbeginn 2,2 Punkte oder 0,03 Prozent auf 7.582,29 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Composite hingegen gab leicht nach und fiel um 20,0 Punkte oder 0,07 Prozent auf 26.952,579 Zähler.

Geopolitische Spannungen belasten die Stimmung

Der Hintergrund ist ernst: Die USA und der Iran tauschten gegenseitige Angriffe aus, nachdem US-Streitkräfte iranische Militärstützpunkte attackiert hatten. Teheran reagierte mit Vergeltungsmaßnahmen. Der Konflikt dauert bereits seit drei Monaten an, und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht.

Berichte zufolge hat der Iran die Übermittlung von Botschaften an die USA über Vermittler eingestellt – ein Signal, das die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung weiter dämpft. Diese Entwicklung belastet die Märkte, konnte den grundsätzlich positiven Trend an der Wall Street jedoch nicht vollständig umkehren.

Der Ölpreis reagierte auf die eskalierende Lage deutlich: Er stieg um rund drei Prozent, nachdem die US-Angriffe auf iranische Militärstützpunkte und die anschließende Vergeltung Teherans bekannt wurden. Höhere Ölpreise gelten als klassisches Warnsignal für die globale Konjunktur, da sie Produktionskosten erhöhen und die Kaufkraft der Verbraucher belasten.

KI-Optimismus als Gegengewicht

Auf der anderen Seite der Waagschale steht die anhaltende Begeisterung für künstliche Intelligenz. Nvidia, einer der wichtigsten Profiteure des KI-Booms, sorgte mit seiner jüngsten Offensive im Bereich KI-Chips – unter anderem für Windows-PCs – für positive Impulse an den Märkten. Die Technologiebranche bleibt damit ein zentraler Treiber der US-Börsen.

Zusätzlich warnte die Schweizer Großbank UBS, dass die Märkte die Risiken einer weiteren geldpolitischen Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB) möglicherweise unterschätzen. Eine restriktivere Geldpolitik der EZB könnte die Finanzierungskosten in Europa erhöhen und das Wachstum bremsen – ein Faktor, den internationale Anleger im Blick behalten sollten.

Die aktuelle Marktlage zeigt exemplarisch, wie Anleger derzeit zwischen zwei gegensätzlichen Kräften navigieren: dem strukturellen Wachstumspotenzial durch technologische Innovation auf der einen und geopolitischen sowie geldpolitischen Risiken auf der anderen Seite. Dass die Wall Street trotz der angespannten Lage nahe ihren Allzeithochs notiert, unterstreicht die nach wie vor robuste Grundstimmung unter den Investoren.

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