Wall Street schließt auf Rekordniveau – Tech-Aktien und Nahost-Hoffnungen treiben Kurse
Starke Technologiewerte und Optimismus rund um ein mögliches Iran-Abkommen katapultierten die US-Börsen auf neue Allzeithochs.

Die Wall Street hat am Donnerstag neue Schlussrekorde verzeichnet. Angetrieben von starken Gewinnen im Technologiesektor und wachsendem Optimismus über ein mögliches Nahost-Abkommen schlossen alle drei großen US-Indizes im Plus. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 363,37 Punkte oder 0,72 Prozent auf 51.032,34 Zähler.
Der S&P 500 gewann 16,44 Punkte oder 0,22 Prozent auf 7.580,07 Punkte, während der Nasdaq Composite um 55,15 Punkte oder 0,21 Prozent auf 26.972,62 Zähler zulegte. Zu Beginn des Handelstages erreichten alle drei Indizes zudem Intraday-Rekordhochs. Lediglich der Small-Cap-Index Russell 2000 gab um 0,6 Prozent nach.
Rekordlauf mit neun Wochen in Folge
Der S&P 500 verzeichnete damit sein neuntes wöchentliches Plus in Folge – die längste Gewinnserie seit Dezember 2023. Auf Wochenbasis legte der S&P 500 um 1,43 Prozent zu, der Nasdaq stieg um 2,39 Prozent und der Dow kletterte um 0,9 Prozent. Im Monatsvergleich seit dem 30. April gewann der S&P 500 sogar 5,15 Prozent, der Nasdaq stieg um 8,36 Prozent und der Dow kletterte um 2,78 Prozent.
„Es herrscht definitiv eine euphorische Stimmung am Markt in Bezug auf KI. Die Rallye wurde maßgeblich von den Gewinnen getrieben", sagte Ohsung Kwon, Chefstratege für Aktien bei Wells Fargo. Er empfahl Anlegern, KI-Aktien zu kaufen und zu halten und zusätzliches Einkommen durch den Verkauf von Call-Optionen zu Preisen zu erzielen, die deutlich über dem aktuellen Aktienkurs liegen. Melissa Brown, Leiterin der Investment-Decision-Forschung bei SimCorp, wies darauf hin, dass das Handelsvolumen in den letzten Wochen gestiegen sei, was auf eine wachsende Zahl von Marktteilnehmern hindeute.
Dell mit Kurssprung von fast 33 Prozent
Größter Tagesgewinner war Dell Technologies mit einem Kursplus von beeindruckenden 32,8 Prozent. Das Unternehmen hatte am Donnerstag seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das Gesamtjahr angehoben und damit die Märkte positiv überrascht. In der Folge profitierten auch Branchenkollegen: Hewlett Packard Enterprise gewann 12,6 Prozent und Super Micro Computer legte um 11,6 Prozent zu. Microsoft kletterte um 5,4 Prozent.
Der Technologiesektor insgesamt stieg um 1,87 Prozent, angetrieben durch Kursgewinne bei Chip-Aktien. Besonders bemerkenswert: Der Index für Softwaredienstleistungen legte um über 6 Prozent zu und machte damit sämtliche Verluste seit Ende Januar wett. Damals hatten Sorgen über Beeinträchtigungen durch Künstliche Intelligenz den Sektor belastet.
Verlierer des Tages: Alphabet, Costco und Autowerte
Auf der Verliererseite stand der S&P 500-Sektor für Kommunikationsdienstleistungen, da Alphabet um 2,5 Prozent sank. Auch Aktien von Basiskonsumgütern zeigten sich schwach: Costco verlor 3,9 Prozent, Walmart gab um 2,6 Prozent nach.
Der S&P-Automobilindex fiel nach Berichten, wonach die Trump-Regierung fordert, dass in Nordamerika gebaute Fahrzeuge einen regionalen Wertschöpfungsanteil von 82 Prozent aufweisen müssen, um für eine Vorzugsbehandlung im Rahmen des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) infrage zu kommen. General Motors verlor 1,3 Prozent, die in den USA notierten Aktien von Stellantis gaben um 2,7 Prozent nach.
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Zur AktienanalyseIran-Abkommen und Konjunkturdaten im Fokus
Für zusätzliche Bewegung an den Märkten sorgte die geopolitische Lage. Präsident Donald Trump erklärte in einem Social-Media-Beitrag, dass er am Freitag eine endgültige Entscheidung über das Iran-Abkommen treffen werde. Teheran hatte zuvor mitgeteilt, dass man in Bezug auf eine Einigung Taten statt Worte erwarte.
Auf der Konjunkturseite zeigten US-Wirtschaftsdaten vom Donnerstag, dass die Inflation im April so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr gestiegen ist. Zudem wurde das BIP für das erste Quartal nach unten auf ein jährliches Plus von 1,6 Prozent revidiert. Jeffrey Schmid, Präsident der Fed von Kansas City, warnte in diesem Zusammenhang, dass der Energieschock möglicherweise nicht vorübergehend sei – ein Signal, das Anleger mit Blick auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank aufmerksam verfolgen dürften.

