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Wall Street legt zu: Ölpreise fallen nach Hormus-Wiedereröffnung

Technologiewerte treiben US-Aktien an, während Rohöl nach dem US-Iran-Friedensabkommen auf Vorkriegsniveaus abstürzt.

Wall Street legt zu: Ölpreise fallen nach Hormus-Wiedereröffnung

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Eine technologiegetriebene Rally beflügelte die Wall Street, während die Rohölpreise stark nachgaben, nachdem Supertanker die wiedereröffnete Straße von Hormus passierten – nur Stunden nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran durch Präsident Donald Trump.

Der Nasdaq verzeichnete ein Plus von 1,9 Prozent und führte die Gewinne der drei wichtigsten US-Aktienindizes an. Da die US-Märkte am Freitag wegen des Juneteenth-Feiertags geschlossen bleiben, fiel die Handelswoche verkürzt aus. Dennoch schlossen alle drei großen Wall-Street-Indizes die Woche mit Gewinnen ab. Europas STOXX 600 hingegen gab nach.

Straße von Hormus wieder offen – Ölpreise auf Vorkriegsniveau

Drei unter saudi-arabischer Flagge fahrende Supertanker passierten die Straße von Hormus, kurz nachdem das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet worden war. Die Preise für die Rohölsorten Brent und WTI fielen daraufhin auf Tiefststände aus der Zeit vor dem Iran-Krieg. Die Normalisierung der Energiepreise dürfte Analysten zufolge noch weit ins nächste Jahr hinein andauern.

Trotz der positiven Entwicklung im Nahen Osten bleibt die geopolitische Lage angespannt. Israel veröffentlichte eine Karte einer erweiterten militärischen Kontrollzone im Libanon und stellte damit die Bedingungen des US-Iran-Abkommens infrage. Zudem griffen ukrainische Drohnen zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen eine Ölraffinerie im Südosten Moskaus an, nachdem sie die russische Luftabwehr umgangen hatten.

Fed unter Warsh sorgt für Unsicherheit an den Märkten

Ein weiteres bestimmendes Thema der Woche war der Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh ließ die Fed den Leitzins zwar wie erwartet unverändert, überraschte die Anleger jedoch mit neuen Prognosen und Aussagen, die darauf hindeuten, dass die Fed künftig auf Signale für kommende Zinsschritte verzichten wird. Warsh kündigte zudem eine umfassende Überprüfung der Arbeitsweise der Zentralbank an.

Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken am Tag nach Warshs Debüt als Fed-Vorsitzender. Am Devisenmarkt erreichte der US-Dollar aufgrund von Wetten auf Zinserhöhungen ein Einjahreshoch. Die Schwäche des japanischen Yen rief unterdessen Warnungen japanischer Beamter hervor.

Zentralbanken weltweit reagieren auf Inflationsdruck

Die Zentralbanken weltweit können den inflationsbedingten Anstieg im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg nicht länger ignorieren. Die Bank of England stimmte mit 7 zu 2 Stimmen dafür, die Kreditkosten stabil zu halten, signalisierte jedoch die Wahrscheinlichkeit künftiger Zinserhöhungen. Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan haben bereits gehandelt.

Am US-Arbeitsmarkt fielen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zwar in der vergangenen Woche, doch der zugrunde liegende Trend weist eine Aufwärtstendenz auf. Dies deutet auf eine Verlangsamung des Beschäftigungswachstums hin – ein Signal, das Anleger genau beobachten.

Politische Spannungen in Washington

Abseits der Märkte wachsen die innenpolitischen Spannungen in den USA. Republikanische Senatoren verweigerten Präsident Trump die Gefolgschaft und lehnten den sogenannten „SAVE America Act" ab, der strenge Anforderungen an die Wählerdokumentation vorsieht und den Filibuster abschaffen würde. Als Reaktion darauf verhinderte Trump einen Senatsbeschluss zur Verabschiedung eines wichtigen Gesetzes zur nationalen Sicherheit – offenbar um seine umstrittene Wahl des Loyalisten Bill Pulte als amtierenden US-Geheimdienstchef zu schützen.

Im Bereich der Sektoren legten Chipwerte kräftig zu, während Energie- sowie Luft- und Raumfahrt-/Verteidigungsaktien hinterherhinkten. Gold gab ebenfalls nach. Für den nächsten Handelstag beobachten Marktteilnehmer vor allem weitere Entwicklungen im Nahen Osten, Trump-Aussagen in sozialen Medien sowie die deutschen Erzeugerpreise für Mai.

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