Wall-Street-Futures legen nach Mai-Inflationsdaten deutlich zu
Moderatere PCE-Daten als erwartet beflügeln US-Aktienfutures und nähren Hoffnungen auf eine weniger restriktive Fed-Geldpolitik.

Die US-Aktienfutures haben am Donnerstag ihre Gewinne ausgebaut, nachdem neue Inflationsdaten aus den USA weitgehend den Erwartungen entsprachen oder diese sogar leicht unterschritten. Besonders der Nasdaq 100 zeigte sich stark und legte deutlich zu. Die Märkte interpretierten die Zahlen als Signal, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren restriktiven Kurs möglicherweise lockern könnte.
Im Mittelpunkt stand der sogenannte PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures), also der Preisindex für persönliche Konsumausgaben. Dieser gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der Federal Reserve und wird daher von Marktteilnehmern besonders aufmerksam verfolgt. Ein niedrigerer Wert als erwartet kann die Hoffnung auf Zinssenkungen befeuern – und genau das geschah am Donnerstag.
PCE-Daten im Detail: Leicht unter den Erwartungen
Laut einem Bericht des US-Handelsministeriums stieg der PCE-Preisindex im Mai um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt einen Anstieg von 0,5 Prozent erwartet. Auf Jahressicht lag der Index bei 4,1 Prozent – exakt im Rahmen der Schätzungen.
Die sogenannte Kernrate, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert und als besonders aussagekräftig gilt, stieg auf Monatsbasis um 0,3 Prozent. Auch dieser Wert entsprach den Erwartungen. Im Jahresvergleich belief sich die Kernrate auf 3,4 Prozent. Insgesamt zeichnen die Daten damit ein Bild einer Inflation, die sich zwar noch deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent befindet, aber zumindest nicht weiter beschleunigt.
Kräftige Kursgewinne bei US-Futures
Die Reaktion an den Terminmärkten fiel deutlich positiv aus. Um 8:34 Uhr Ortszeit New York (ET) notierten die Dow-Jones-E-Minis 133 Punkte oder 0,25 Prozent im Plus. Die S&P 500 E-Minis legten um 59,5 Punkte beziehungsweise 0,8 Prozent zu. Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Nasdaq 100 E-Minis mit einem Plus von 679 Punkten oder 2,3 Prozent.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung, da US-Märkte und die Geldpolitik der Federal Reserve erheblichen Einfluss auf globale Kapitalströme und damit auch auf europäische Börsen ausüben. Eine weniger restriktive Fed könnte den Druck auf den DAX und andere europäische Indizes verringern und Risikobereitschaft bei Investoren weltweit fördern.
Der PCE-Index ist dabei nicht zu verwechseln mit dem in Europa bekannteren Verbraucherpreisindex (CPI). Während der CPI misst, was Verbraucher für einen festen Warenkorb zahlen, erfasst der PCE-Index auch Veränderungen im Kaufverhalten und gilt daher als umfassender. Die Fed orientiert sich bei ihrer Geldpolitik primär am PCE, weshalb dessen Entwicklung für Zinsentscheidungen besonders relevant ist.


