Wall Street fester: Chipwerte erholen sich, Anleiherenditen geben nach
US-Aktienindizes steuern auf höhere Eröffnung zu – Halbleiterwerte führen die Erholung an, Anleiheausverkauf kühlt ab.

Die US-Aktienmärkte steuerten am Montag auf eine festere Eröffnung zu. Schwergewichtige Halbleiterwerte erholten sich spürbar, während der Ausverkauf am Anleihenmarkt, der in der Vorwoche für Kursverluste gesorgt hatte, an Dynamik verlor. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen – die globale Benchmark für Kreditkosten – fiel auf 4,573%, nachdem sie zuvor im Handelsverlauf auf bis zu 4,631% und damit den höchsten Stand seit Februar 2025 geklettert war.
Auch die Ölpreise gaben nach. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um knapp 2%. Berichten zufolge haben die USA eine vorübergehende Aussetzung der Sanktionen gegen iranisches Öl vorgeschlagen, was die Sorgen über Versorgungsengpässe etwas linderte. Dieser Schritt gilt als wesentlicher Treiber für die Entspannung an den Märkten.
„Die Futures haben sich etwas erholt, da es unbestätigte Berichte gibt, wonach die USA den Verkauf von iranischem Öl teilweise zulassen werden", erklärte Robert Pavlik, leitender Portfoliomanager bei Dakota Wealth. Er betonte zugleich die zentrale Rolle der Anleiherenditen: „Die Renditen sind der Schlüssel zu all dem, da Wachstumsaktien, insbesondere Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, auf Basis zukunftsorientierter Gewinne bewertet werden. Wenn die Renditen steigen, sinken ihre aktuellen Bewertungen. Das ist das eigentliche Kernthema für den Markt."
Futures zeigen vorbörsliche Gewinne
Um 08:51 Uhr ET stiegen die Dow E-Minis um 45 Punkte oder 0,09%. Die S&P 500 E-Minis legten um 16 Punkte oder 0,22% zu, und die Nasdaq 100 E-Minis gewannen 148,25 Punkte oder 0,51%. Die Wall Street hatte in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt – sowohl der S&P 500 als auch der technologielastige Nasdaq hatten Rekordhochs erreicht.
Der Ausverkauf am Anleihenmarkt war zuvor durch steigende Ölpreise angeheizt worden, was Inflationssorgen schürte und die Befürchtung nährte, dass die Kreditkosten länger hoch bleiben könnten. Händler preisen laut dem FedWatch-Tool der CME inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 40% ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen im Januar anheben wird – nachdem die Inflationsdaten der Vorwoche höher als erwartet ausgefallen waren.
Nvidia im Fokus – Ergebnisse am Mittwoch
Nvidia-Aktien sprangen im vorbörslichen Handel um 2,1% nach oben. Der Chipriese, der als wertvollstes Unternehmen der Welt gilt, wird am Mittwoch seine Quartalsergebnisse vorlegen. Die Erwartungen sind hoch: Seit einem Tiefstand im März sind die Aktien bereits um 36% gestiegen. Der Philadelphia SE Semiconductor Index legte in diesem Jahr aufgrund der starken Nachfrage nach KI-Chips sogar um mehr als 60% zu.
Weitere Halbleiterwerte profitierten ebenfalls von der positiven Stimmung. Micron Technology gewann 4%, Intel legte um 3,7% zu. Die Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz half Anlegern dabei, die Inflationsgefahren durch steigende Ölpreise zeitweise auszublenden.
Auch Walmart steht in dieser Woche im Rampenlicht. Der weltgrößte Einzelhändler legt Quartalszahlen vor, die ein klareres Bild davon vermitteln könnten, wie US-Verbraucher mit höheren Energiepreisen und dem allgemeinen Inflationsdruck umgehen.
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Zur AktienanalyseDominion Energy, UnitedHealth und Regeneron bewegen sich stark
Bei den Einzelwerten stach Dominion Energy mit einem Plus von 15% hervor. Energiekonzern NextEra Energy hatte angekündigt, den kleineren Versorger in einem reinen Aktientauschgeschäft im Wert von rund 66,8 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. NextEra-Aktien gaben im Gegenzug um 1,4% nach.
UnitedHealth Group verzeichnete ein Minus von 3,2%, nachdem Berkshire Hathaway mitgeteilt hatte, viele seiner kleineren Aktienpositionen – darunter auch Anteile an dem Krankenversicherer – verkauft zu haben. Regeneron-Aktien brachen um 11,5% ein, nachdem eine experimentelle Behandlung des Pharmaunternehmens das Hauptziel in einer Spätphasenstudie bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom verfehlt hatte.


