Wacker Chemie streicht über 1.500 Stellen
Wacker Chemie streicht über 1.500 Stellen

Die Ankündigung von Wacker Chemie, bis Ende 2027 mehr als 1.500 Arbeitsplätze zu streichen, markiert einen weiteren Einschnitt für die deutsche Chemiebranche. Der Konzern teilte mit, rund neun Prozent der Belegschaft abbauen zu wollen, wobei der Großteil der Stellen in Deutschland wegfallen soll. Die Maßnahme ist Teil eines bereits im Vormonat angekündigten, aber bislang nicht näher ausgeführten Sparprogramms, das auf jährliche Einsparungen von mehr als 300 Millionen Euro ausgelegt ist. Der Beginn der Umsetzung ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen und soll sich über knapp zwei Jahre erstrecken.
Als Gründe für die tiefgreifenden Einschnitte nannte Wacker Chemie vor allem die strukturellen Belastungen am Standort Deutschland. Laut Unternehmensführung erschweren hohe Energiepreise und umfangreiche bürokratische Vorgaben die Entwicklung des Chemiesektors. Konzernchef Christian Hartel verwies darauf, dass gerade diese Faktoren die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich beeinträchtigten. Etwa die Hälfte der angestrebten jährlichen Einsparungen soll durch den geplanten Stellenabbau erreicht werden.
Das Unternehmen befindet sich seit geraumer Zeit in einem herausfordernden Marktumfeld. Die Nachfrage gilt als schwach, während zugleich der Wettbewerbsdruck durch Produzenten aus China zunimmt. Bereits im vergangenen Monat hatte Wacker Chemie seine Prognose für Umsatz und operativen Gewinn gesenkt, da sich die rückläufige Nachfrage und der Preisdruck deutlicher bemerkbar machten als zuvor angenommen. Der Konzern beschäftigte im Jahr 2024 insgesamt 16.637 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Schwächephase der gesamten deutschen Chemieindustrie bildet den Hintergrund der aktuellen Entscheidungen. Die Branche sieht sich anhaltend mit hohen Energiekosten, gestörten Lieferketten und einer wirtschaftlichen Abkühlung konfrontiert. Zusätzlichen Druck erzeugen die von den USA verhängten Zölle, die die internationale Marktdynamik weiter verändern. Der Branchenverband VCI geht nicht von einer raschen Erholung aus und rechnet frühestens 2026 mit einer Trendwende, obwohl es Hinweise gibt, dass die Talsohle im chemisch-pharmazeutischen Sektor erreicht sein könnte.
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Zur AktienanalyseNach Veröffentlichung der Pläne reagierte die Aktie von Wacker Chemie zunächst mit einem Kursanstieg von rund 1,6 Prozent. Die Gewinne konnten jedoch im weiteren Verlauf nicht gehalten werden, sodass der Kurs einen Teil der anfänglichen Aufwärtsbewegung wieder abgab. Der Konzern verknüpft seine Sparmaßnahmen eng mit der Erwartung, in einem zunehmend schwierigen globalen Umfeld handlungsfähig bleiben zu müssen.


