Wacker Chemie hebt EBITDA-Prognose für 2026 um 10% an
Starkes Q2-Ergebnis übertrifft Analystenerwartungen deutlich – EBITDA-Zielspanne auf 625 bis 750 Millionen Euro angehoben.

Die Wacker Chemie AG (ETR: WCH) hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und im Zuge dessen ihre EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr 2026 um rund 10% angehoben. Gleichzeitig senkte der Münchner Chemiekonzern seinen Umsatzausblick leicht – ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen trotz eines schwierigeren Marktumfelds an der Profitabilität arbeitet.
Das EBITDA im zweiten Quartal belief sich auf 211 Millionen Euro und lag damit 24% über den Schätzungen der Investmentbank Jefferies, die lediglich 171 Millionen Euro erwartet hatte. Auch gegenüber dem Marktkonsens von 172 Millionen Euro erzielte Wacker Chemie eine Überperformance von 23%. Bereinigt um Pensionssondereffekte erreichte das EBITDA 174 Millionen Euro – immer noch 2% über den Jefferies-Schätzungen und 1% über dem Konsens.
Der Quartalsumsatz summierte sich auf insgesamt 1,518 Milliarden Euro. Dabei stiegen die Preise um 2% und der Volumen-Mix um 6%, während Wechselkurseffekte einen negativen Einfluss von 1% hatten.
Angepasster Jahresausblick: Mehr Gewinn, weniger Umsatz
Für das Geschäftsjahr 2026 passte Wacker Chemie seinen Ausblick in beide Richtungen an. Die EBITDA-Prognosespanne wurde von zuvor 550 bis 700 Millionen Euro auf nun 625 bis 750 Millionen Euro angehoben. Die Schätzungen von Jefferies liegen bei 644 Millionen Euro, der Marktkonsens geht von 659 Millionen Euro aus – beide Werte befinden sich damit innerhalb der neuen Zielspanne. Beim Umsatz hingegen senkte das Unternehmen seine Wachstumserwartung von einem hohen einstelligen auf einen mittleren einstelligen Prozentsatz im Jahresvergleich. Wichtig zu beachten: Der Ausblick enthält keine potenziellen Auswirkungen durch mögliche Änderungen in der Handelspolitik für Polysilizium.
Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche
Der Bereich Silicones erwies sich als starker Wachstumstreiber. Mit einem EBITDA von 123 Millionen Euro bei einem Umsatz von 757 Millionen Euro profitierte das Segment von verbesserter Preisgestaltung und höheren Volumina. Wacker Chemie hob die Umsatzwachstumsprognose für dieses Segment von einem niedrigen auf einen mittleren einstelligen Prozentsatz an.
Die Sparte Polymers erzielte ein EBITDA von 69 Millionen Euro bei einem Umsatz von 406 Millionen Euro. Die Preise konnten dabei die Rohstoffinflation ausgleichen. Die Umsatzwachstumsprognose für das Segment wurde von einem niedrigen zweistelligen auf einen mittleren einstelligen Prozentsatz gesenkt, während die EBITDA-Margenprognose angehoben wurde.
Der Bereich Biosolutions verzeichnete ein EBITDA von 7 Millionen Euro bei einem Umsatz von 99 Millionen Euro. Verbesserte Preisgestaltung half dabei, höhere Rohstoffkosten zu kompensieren. Der Ausblick für dieses Segment wurde für 2026 bestätigt.
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Zur AktienanalyseDas Segment Polysilicon erzielte ein EBITDA von 11 Millionen Euro bei einem Umsatz von 226 Millionen Euro. Die Performance wurde durch den Lagerabbau im Solarbereich belastet. Wacker Chemie senkte die Umsatzwachstumsprognose für diesen Bereich von einem niedrigen zweistelligen auf einen hohen einstelligen Prozentsatz.
Deutliche Verbesserung beim Cashflow
Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Netto-Cashflow: Im zweiten Quartal erzielte Wacker Chemie einen positiven Netto-Cashflow von 243 Millionen Euro – im Vergleich zu minus 137 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum eine erhebliche Verbesserung. Die Investitionen sanken auf 59 Millionen Euro, nach 105 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Nettofinanzverschuldung lag zum Quartalsende bei 722 Millionen Euro, was einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 1,3 entspricht – ein solider Wert für einen Konzern dieser Größenordnung.


