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Wacker Chemie: 800 Millionen Euro Verlust schockiert Anleger

Münchner Chemiekonzern stürzt von 261 Millionen Gewinn in Rekordverlust – Wertberichtigungen und Sparprogramm belasten massiv.

Wacker Chemie: 800 Millionen Euro Verlust schockiert Anleger

Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat 2025 einen historischen Verlust von 800 Millionen Euro verbucht. Noch im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 261 Millionen Euro. Der dramatische Absturz markiert einen der schwersten Einbrüche in der Unternehmensgeschichte des Polysilizium-Herstellers.

Der Umsatz sank im Vergleich dazu moderat um vier Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Diese Zahlen zeigen, dass nicht primär wegbrechende Erlöse, sondern massive Sonderbelastungen für das desaströse Ergebnis verantwortlich sind. Wacker gehört weltweit zu den führenden Produzenten von Polysilizium für die Chipindustrie.

Von den 800 Millionen Euro Verlust entfallen allein 600 Millionen auf Wertberichtigungen. Besonders schmerzhaft: Die Beteiligung am Waferhersteller Siltronic verlor über 300 Millionen Euro an Wert. Weitere 100 Millionen Euro musste der Konzern für sein Kostensenkungsprogramm zurückstellen. Doch selbst ohne diese Abschreibungen hätte Wacker 2025 rote Zahlen geschrieben.

Drastischer Stellenabbau geplant

Das Sparprogramm soll die jährlichen Kosten um 300 Millionen Euro senken. Die Hälfte davon durch Personalabbau – 1.500 Stellen sollen wegfallen, überwiegend in Deutschland. Im oberbayerischen Burghausen, dem größten Standort mit rund 8.000 Mitarbeitern, und im sächsischen Nünchritz mit 1.500 Beschäftigten drohen erhebliche Einschnitte.

"2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten", erklärte Vorstandschef Christian Hartel. Die deutsche Chemieindustrie leidet unter gesunkener Weltmarktnachfrage und hohen Energiekosten. Wacker verbraucht nach eigenen Angaben knapp ein Prozent des gesamten deutschen Stroms – ein enormer Wettbewerbsnachteil.

Appell an die Politik

Hartel fordert von der Politik niedrigere Energiepreise und weniger Bürokratie. Erste Maßnahmen des Sparprogramms seien bereits in der Umsetzung. Die Krise bei Wacker ist symptomatisch für die gesamte deutsche Chemiebranche, die flächendeckend mit strukturellen Problemen kämpft.

Für Anleger bleibt die Situation angespannt. Der Konzern muss beweisen, dass die Restrukturierung greift und das operative Geschäft wieder in die Spur findet. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Wacker die Wende gelingt.

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