VW beendet offenbar Bosch-Allianz für autonomes Fahren
Nach 1,5 Milliarden Euro Investition und mangelnden Fortschritten zieht Volkswagen die Reißleine bei der Entwicklungspartnerschaft.

Volkswagen steht offenbar vor dem Ausstieg aus einer seiner wichtigsten Technologiepartnerschaften: Laut einem Bericht der „Bild am Sonntag" will der Wolfsburger Autobauer die sogenannte „Automated Driving Alliance" (ADA) mit dem Zulieferer Bosch beenden. Als Gründe nennen Insider dem Bericht zufolge mangelnde Fortschritte sowie den anhaltenden Sparzwang im Konzern.
Besonders brisant: Obwohl rund 1,5 Milliarden Euro in das gemeinsame Projekt geflossen sind, gilt die entwickelte Technologie intern als nicht wettbewerbsfähig. Vor allem beim sogenannten Level 2++, also dem Fahren ohne Hände am Lenkrad im Stadtverkehr, sieht VW einen erheblichen Rückstand gegenüber der Konkurrenz.
Cariad bestätigt strategische Überprüfung
Ein Sprecher der VW-Softwaretochter Cariad äußerte sich gegenüber der Zeitung vorsichtig, aber aufschlussreich: Das Unternehmen prüfe grundsätzlich regelmäßig seine Entwicklungspartnerschaften und bewerte fortlaufend, ob diese noch zu den strategischen Zielen passten. Insbesondere bei hoch entwickelten Fahrerassistenzsystemen hätten sich Markt und Technologie anders entwickelt als zu Beginn der Zusammenarbeit erwartet. Zu vertraulichen Gesprächen wolle man sich nicht äußern. Von Bosch lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Die Kooperation war Anfang 2022 als Großprojekt gestartet worden, um im Rennen um das autonome Fahren den Rückstand auf Wettbewerber wie Tesla und Mercedes-Benz aufzuholen. Mehr als 1.000 Fachleute beider Unternehmen sollten dabei eine gemeinsame Software-Plattform für Fahrerassistenzsysteme entwickeln – mit dem Ziel, diese später auch anderen Herstellern anzubieten.
Neuer Partner soll Hard- und Software liefern
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Zur AktienanalyseStatt weiter auf Eigenentwicklung zu setzen, plant VW dem Bericht zufolge nun einen Strategiewechsel: Der Konzern will Hard- und Software künftig von einem neuen Partner einkaufen, um Kosten zu senken und schneller Fortschritte zu erzielen. Bis Ende September solle ein entsprechender Vertrag mit einem neuen Kooperationspartner stehen.
Die formelle Kündigung der Bosch-Allianz soll demnach frühestens am 29. Juni erfolgen. Für Privatanleger, die VW-Aktien im Depot halten, ist das ein weiteres Signal für den tiefgreifenden Umbau des Konzerns – weg von kostspieligen Eigenentwicklungen, hin zu einer schlankeren, partnerschaftsbasierten Technologiestrategie. Der Schritt verdeutlicht zugleich, wie stark der Wettbewerbsdruck im Bereich autonomes Fahren auf etablierte Automobilhersteller lastet.


