Vulcan Energy startet Bau der Lithium-Chemiefabrik in Frankfurt
Das ASX-gelistete Unternehmen beginnt den Bau im Industriepark Höchst – mit einem Finanzierungspaket von 3,9 Milliarden Dollar.

Vulcan Energy hat offiziell mit dem Bau seiner zentralen Lithium-Chemiefabrik im Industriepark Höchst in Frankfurt begonnen. Der feierliche erste Spatenstich fand im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein sowie weiterer hochrangiger Vertreter aus Politik, Finanzwesen und Industrie statt. Das Projekt gilt als Leuchtturmprojekt für die Energie- und Rohstoffresilienz Europas.
Der Industriepark Höchst zählt zu den größten Chemie- und Energiearealen Europas und bietet damit ideale Voraussetzungen für das ambitionierte Vorhaben. Laut Vulcan unterstreicht die hochrangige politische Beteiligung die strategische Bedeutung der heimischen Lithiumproduktion für Deutschland und die gesamte europäische Batterie-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen hatte sich bereits im Dezember 2025 das notwendige Finanzierungspaket in Höhe von 2,2 Milliarden Euro (rund 3,9 Milliarden Dollar) gesichert.
Produktion für 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr
Die zentrale Lithium-Chemiefabrik dient der Umwandlung von Lithiumchlorid in Lithiumhydroxid-Monohydrat mittels Elektrolyse. Dieses batteriefähige Material ist ein zentraler Rohstoff für die Elektromobilität. Die erste Produktionsphase, bekannt unter dem Namen „Lionheart", zielt auf eine jährliche Kapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat ab – genug, um die Batterien von 500.000 Elektrofahrzeugen pro Jahr zu versorgen.
Das Projekt Lionheart liegt im Solefeld des Oberrheingrabens, der sich zwischen Deutschland und Frankreich erstreckt. Vulcan setzt dabei auf eine selbst entwickelte Adsorptions-Technologie zur direkten Lithiumextraktion aus geothermalen Tiefenwässern. Die natürlich erhitzte Sole treibt dabei nicht nur die Lithiumproduktion an, sondern erzeugt auch erneuerbare Energie als Koppelprodukt – Überschüsse werden in den lokalen Energiemarkt eingespeist.
Über die geschätzte 30-jährige Projektlaufzeit sollen jährlich 275 GWh erneuerbarer Strom sowie 560 GWh Wärme als Koppelprodukte für lokale Verbraucher erzeugt werden. Damit verbindet Lionheart die Rohstoffgewinnung mit einem nachhaltigen Energiekonzept und positioniert sich als integriertes Industrie- und Energieprojekt.
Kommerzieller Produktionsstart für 2028 geplant
Cris Moreno, Managing Director und CEO von Vulcan, betonte die Bedeutung des Meilensteins: „Dieser Spatenstich folgt auf eine ähnliche Zeremonie, die Ende letzten Jahres in unserer vorgelagerten Lithiumextraktionsanlage in Landau stattfand, und unterstreicht die Fortschritte bei unserem Zeitplan sowie unser Ziel eines kommerziellen Produktionsstarts im Jahr 2028."
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Zur AktienanalyseMoreno ergänzte: „Wir sind all unseren Stakeholdern dankbar, die an der Veranstaltung teilgenommen haben und gemeinsam mit Vulcan daran arbeiten, Lionheart zu realisieren." Der zweistufige Prozess des Unternehmens beginnt mit der Lithiumextraktion in Landau und wird mit der nachgelagerten Verarbeitung in der Frankfurter Anlage abgeschlossen.
Lionheart soll lediglich die erste von mehreren geplanten Produktionsphasen für Vulcan darstellen. Mit dem nun gestarteten Hauptbau rückt das Unternehmen seinem Ziel näher, Europa mit heimisch produziertem Lithium zu versorgen und die Abhängigkeit von Importen aus Drittstaaten zu reduzieren – ein Thema, das angesichts globaler Lieferkettenrisiken zunehmend an politischer und wirtschaftlicher Relevanz gewinnt.


