ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Vonovia intensiviert Kontrolle über Deutsche Wohnen

Angebot für Aktionäre soll Beherrschungsvertrag und steuerliche Vorteile sichern

Vonovia intensiviert Kontrolle über Deutsche Wohnen

Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia hat ein Abfindungs- und Ausgleichszahlungsangebot für die Aktionäre der Deutschen Wohnen vorgelegt. Die Bochumer hatten bereits im September angekündigt, den Tochterkonzern durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag enger an sich binden zu wollen. Nach Angaben beider Unternehmen wurde nun eine Einigung über die Höhe der Abfindung und der festen Ausgleichszahlung erzielt.

Laut dem Angebot erhalten außenstehende Aktionäre der Deutschen Wohnen eine Abfindung von 0,7947 Vonovia-Aktien je Deutsche-Wohnen-Aktie. Zusätzlich wurde eine jährliche feste Ausgleichszahlung von 1,22 Euro brutto je Aktie der Deutschen Wohnen vereinbart, die für jedes volle Geschäftsjahr gezahlt werden soll. Genauere Details sollen in den kommenden Tagen in den Einladungen zu den außerordentlichen Hauptversammlungen bekannt gegeben werden. Die Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen ist für den 23. und 24. Januar vorgesehen.

Aktionärsschützer zeigen sich bislang nur teilweise zufrieden mit dem Angebot. Daniel Bauer, Vorstandsvorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), bezeichnete das vorgeschlagene Umtauschverhältnis als im Rahmen der Erwartungen, kritisierte jedoch die Ausgleichszahlung als zu niedrig. Er betonte, dass eine abschließende Bewertung erst nach der Veröffentlichung und Analyse der Gutachten möglich sei, die circa zwei Wochen in Anspruch nehmen werde. Vonovia hatte zwei Gutachter beauftragt, die einen „angemessenen“ Umtauschwert ermitteln sollten, auf dessen Basis die Einigung zustande kam.

Vonovia hält derzeit etwa 87 Prozent der Anteile an der Deutschen Wohnen, eine Mehrheit, die 2021 durch ein Angebot von 53 Euro je Aktie gesichert wurde. Dieser Preis lag deutlich über dem aktuellen Angebot und den aktuellen Börsenkursen. Zum Börsenschluss am vergangenen Freitag notierte die Vonovia-Aktie bei 31,04 Euro, während die Deutsche-Wohnen-Aktie bei 24,40 Euro lag.

Um die steuerlichen Grenzen eines sogenannten Share-Deals einzuhalten, hat Vonovia nun eine neue Strategie entwickelt. 20 Prozent der Anteile an der Deutschen Wohnen werden in ein Joint Venture mit vom Finanzinvestor Apollo beratenen langfristigen Investoren eingebracht. Dadurch sinkt der Anteil von Vonovia an der Deutschen Wohnen vorübergehend auf rund 67 Prozent. Selbst bei einer vollständigen Übernahme der ausstehenden Anteile bleibt Vonovia somit unter der kritischen Anteilsgrenze von 90 Prozent, wodurch keine Grunderwerbsteuer anfällt.

VonoviaImmobilienAktionäre

Disclaimer